Ein Dokument über das Treffen Netmundial, das am 23. und 24 April in Sao Paolo stattfindet, wurde auf Wikileaks veröffentlicht. Wie soll es mit dem Internet weitergehen?

Während sich die Politik hierzulande in Sachen Netzneutralität und NSA-Affaire sträubt und keine richtige Debatte – von der Piratenpartei mal abgesehen – zu diesen Problem führt, will dieses Meeting sich ernsthaft darüber Gedanken machen. Besonders Wikileaks wird ein großes Interesse daran haben, dass die globale Bespitzelung endlich aufhört, nachdem Edward Snowden bekannt gab, dass gerade Wikileaks verschärft  im Fokus der US-Spione steht.

Hierzulande – und auch anderswo – existiert die Netzneutralität de facto nicht. Zu sehr hat man sich von privaten Anbietern abhängig gemacht, die entscheiden, welche Informationen wem und wievielen neutral zugänglich gemacht werden. Wichtig ist für Wikileaks und die anderen Stakeholder, dass die Struktur des Internets reformiert wird. Es sollen keine Unterschiede beim Austausch von Informationen gemacht werden. Inwieweit die Netzneutralität hierzulande funktioniert, wurde auf Freitag.debereits berichtet.

Wie der Inhalt des NETmundial-Treffens konkret ausschaut, ist hier einzusehen.

NETmundial EMC Outcome Document

Aus der Einleitung dieses Dokuments geht hervor, dass zweiAspekte für die zukünftige Entwicklung des Internets am wichtigsten sind:  Internet-Governance-Prinzipien und der Wegweiser für die künftige Entwicklung des Internets als ein virtuelles Ökosystem.

Techniker und Nicht-Techniker vereint

Die Garantie der Menschenrechte soll sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt umsetzbar sein. Hier bleibt spannend zu sehen, wie die kollidierenden Menschen miteinander  in Einklang gebracht werden sollen.

Auf jeden Fall soll auch über eine künftige freie und neue Architektur des Internets gesprochen werden. Spionage soll so gut es geht unterbunden und die Struktur des Internets vereinfacht werden. Zugleich soll der Zugang zu Wissen vereinfacht werden. Deswegen finden sich unter den Stakeholdern auch Akademiker und – vor allem – ’normale‘ Menschen: Techniker und Nicht-Techniker.

Jeder soll auf den unterschiedlichen Konferenzen als gleichberechtigter Teilnehmer auf Augenhöhe agieren können. Betont wird unter anderem, dass es jedem möglich sein soll, sich im Internet so weiterzubilden, dass er sich und seine Daten vor Spionage  schützen kann.

Herr L. (LennoxTweet) auf Twitter 2014-04-09 06-45-21

Einen weiteren beachtenswerten und ausführlichen Bericht in englischer Sprache hat der russische Staatssender Russia Today (RT)  veröffentlicht, in dem Julian Assange unter anderem als Moderator in seiner Show „Cypherpunks“ auftritt. Wikileaks lobte diesen Artikel auf Twitter als eine „gute Analyse“.

Wichtige und schwierige Fragen Internet und Sicherheit betreffend sollen diskutiert werden. Daran könnte sich auch die Politik ein Beispiel nehmen. Allerdings ist das Internet auch nicht ‚Eigentum‘ der Politik, es wird von jedem User mitgestaltet und verändert. Die Resultate aus Sao Paolo sollten so oder so von der Politik wahrgenommen werden. In diesem Sinne: auf ein freies und neutrales Internet.

Wikileaks

Dieser Artikel erschien zuerst auf Freitag.de 

 

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