Die 10000-Flies-Like-Medien des Monats – Ausgabe 3-2014. › 10000 Flies 2014-04-17 20-22-58Anscheinend scheint der Leitmedienboykott endlich angekommen zu sein. Gefahr besteht allerdings, wenn man die Falschen abstraft. Lokale Medien sollen gestärkt werden.

Auf Defensor Pacis wurde letzte Woche über den Medienboykott berichtet. Jetzt muss man nochmal den Begriff Leitmedien präzisieren.

Anonymous-Medienboykott-Deutschland

 

Leitmedien sind die Medien, die über die Massenmedien am stärksten erreicht werden und deren Auffassung in der breiten Bevölkerung rezipiert wird. Im Lexikon wird ein Leitmedium als ein Einzelmedium bezeichnet, denen eine ausgeprägte „Hauptfunktion in der Konstitution gesellschaftlicher Kommunikation und von Öffentlichkeit zukommt“.

Böse Zungen sprechen von Gehirnwäsche.  Die öffentlich-rechtlichen Programme, der Axel Springer Verlag, Bertelsmann AG, Burda und auch Spiegel haben durch ihre Reichweite eine gewisse Deutungshoheit im deutschsprachigen Raum.

Einen Anhalt hierfür kann die Ranking-Seite 10000flies.de geben, die jeden Tag anzeigt, welche Seiten am meisten wo geteilt wurden. Über die Seite berichtete erst kürzlich der Blog Lennox Press.

Die 10000-Flies-Like-Medien des Monats – Ausgabe 3-2014. › 10000 Flies 2014-04-17 20-22-58Quelle: Screenshot 1000flies.

Wie man sieht werden die sozialen Netzwerke Facebook, Twitter und Google+ überwiegend die Seiten der großen Konzerne geliked, geteilt und kommentiert. Der Postillon als Satireseite nimmt mit Platz 5 eine vermittelnde Rolle ein.

Jetzt gibt es aber auch viele kleine und lokale Medien, die zwar auch irgendwo mit den großen verbandelt sind, aber nicht ständig von den Leitmedien abschreiben.

Sie informieren über das lokale Umfeld. Wenn dort über eine Montagsdemo nicht berichtet wird, dann würde auch dort was falsch laufen. Diese Form von Journalismus in Form von Print, Radio und Online muss gestärkt werden. Nun kommt Amerika in den alternativen Medien nicht immer gut weg.

Damit soll hier Schluss sein: In den USA ist der lokale Journalismus wieder aufstrebend. Deshalb sollte man mal diesen Hype übernehmen. Das Negative von Amerika nehmen wir ja auch. Es wäre eine ausgleichende Gerechtigkeit, wenn der lokale Journalismus wieder florieren würde.

Es müssen auch nicht immer mit Focus, Spiegel und Die Zeit immer diesselben sein, die eine relevante Geschichte aufdecken. Es kann auch vor Ort passieren und die lokale Presse kann darüber berichten. Die Chancen sind da. Immerhin spottet man in sozialen Netzwerken gerade mit folgendem Bild auf die Berichterstattung von ARD und ZDF.

Quelle: Screenshot
Quelle: Screenshot

Ein weiterer Vorteil am lokalen Journalismus ist auch, dass man die Redakteure vor Ort ansprechen kann, wenn man eine Berichterstattung vermisst. Man muss nicht die langen Warteschleifen der leitenden Presse abwarten. Und ein Proteststurm wie er aktuell in den Leitmedien stattfindet, kann auch mit weniger Kosumenten auf ein größeres Echo stoßen.

Es sind in den letzten Jahren zu viele lokale Formate von der Bildfläche verschwunden. Beschweren tut man sich erst, wenn sie weg sind. Inzwischen wurde auch schon im öffentlich-rechtlichen kritisch über die Berichterstattung in der Urkraine gesprochen. Hier gäbe es in dieser Berichterstattung „entlarvende Automatismen“, erklärt die Dozentin für Journalistik, Gabriele Krone-Schmalz.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/media/zapp7411.html

Inwieweit die Berichterstattung sich daraufhin ändern wird, bleibt abzuwarten. Eine vielseitige und lokale Berichterstattung würde jedenfalls der Meinungsvielfalt nicht schaden. Lokale Medien könnten die einheitlich tendenziöse Berichterstattung ihrer großen Konkurrenz als Chance sehen.

Wir können dankbar sein, dass wir heute noch so eine breite lokale Presselandschaft haben, dass eine Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde. Hoffentlich bleibt das auch so. Dieser Artikel beschränkt sich bewusst auf den lokalen Journalismus, da dieser nunmal auf lokaler Ebene ein Leitmedium ist. Beispielsweise ist die Saarbrücker Zeitung ein Leitmedium im Saarland und hat die Journalisten-Legende Peter Scholl-Latour hervorgebracht. Jeder, der bis hierhin gelesen hat, kann sich nun ein Bild von ihr machen.

 

 

 

 

 

 

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