Die US-Propaganda zeigt schnell gerne mal den Zeigefinger und kritisiert die Presselandschaft anderer Länder. Zu Recht oder zu Unrecht, sei erstmal dahingestellt. Auf jeden Fall nehmen sie es mit dieser Freiheit auch nicht sehr genau, wie der Fall Barrett Brown zeigt. Der Journalist wurde zu 63 Monaten Haft verurteilt, wegen des Teilen von Internet-Links.

Selbstverständlich sollte es jedem klar sein, dass das Internet kein Raum ist, wo man ungeahndet Unrecht realisieren kann. Zudem wissen wir auch, dass es mit der Pressefreiheit bisher eine Farce ist. Manchmal denkt man wirklich, dass es ehrlicher wäre, wenn man die Presse- und Meinungsfreiheit aus den Grundrechtskatalogen streichen würde, weil wenn man sie mal wirklich braucht, dann hat man keine Rechte.

Charlie Hebdo hat uns gezeigt, dass es zum Journalismus und zur tollen Meinungsfreiheit gehört, wenn man die Religion des Islams de facto seit Jahren durch den Dreck zieht. Damit solch eine Kujonierung einer Religion auch realisiert werden kann, werden die Redaktionen sogar unter Polizeischutz gestellt.

Barrett Brown, der nun verurteilt wurde, ist Journalist. Kein Satiriker oder Clown. Er brachte Fakten an die Öffentlichkeit und wird deswegen jetzt einige Zeit hinter Gittern verbringen. Die Whistleblower-Plattform WikiLeaks kämpft ebenfalls neben so vielen anderen Organisationen um seine Freiheit.

In den USA wurden Fundraisings, Konzerte und Demonstrationen für den Mann gestartet. Doch was wird Barrett Brown eigentlich angelastet? Er soll inoffizieller Sprecher von Anonymous sein?! Was soll das eigentlich sein? Anonymous ist ein Internetphänomen, das sich jede wenn auch noch so fadenscheinige Gruppe zu eigen machen kann, und unter diesem Deckmantel aktiv werden kann.

Ist das schon ein Grund verhaftet zu werden? Er soll angeblich für die vor über zwei Jahren veröffentlichten Stratfor-Mails auf WikiLeaks verantwortlich sein. Aus den Millionen Mails ging hervor, dass diese politische Denkfabrik nicht nur Regierungen, sondern auch Rüstungskonzerne berät. Die Tatsache, dass diese Organisation investigative Journalisten nicht mag, dürfte wohl nur logisch erscheinen.

Barrett Brown hat schon zwei Jahre gesessen und nun sollen noch weitere drei Jahre hinzukommen. Das Ziel der fadenscheinigen Anklage und die Verurteilung sollen eines tun: Angst verbreiten. Man will potentielle Whistleblower davon abschrecken, dass diese ihre Informationen zugänglich machen. Journalisten sollen davon abgehalten werden sich mit diesen Personen in Verbindung zu setzen. Alles im Sinne der westlichen Freiheit und Demokratie die immer offenkundiger auf Lug und Trug basiert.

Während die westlichen Medien stets bemüht sind auf Mißstände in Russland oder China hinzuweisen, verkennt man gerne Fälle wie Barrett Brown. Ein Wunder, dass die Presse hierzulande überhaupt darüber berichtet hat. Dem Grunde nach kam man da auch nicht vorbei. Immerhin twitterten WikiLeaks im Vorfeld und auch über Jahre hinweg über die Causa Barrett Brown ohne seine Freiheit zu erreichen.

Wer also heute meint, dass das Teilen von Links und Informationen nie Folgen in Form von staatlicher Repression hat, der sollte sich den Fall Barrett Brown einmal genauer anschauen. Zudem versucht man gerade in der Causa Charlie Hebdo ebenfalls die Meinungsfreiheit und Pressefreiheit unter dem Schutzmantel der „Sicherheit und Freiheit“ weiter zu unterdrücken.

Und selbst wenn der Staat nicht direkt am Werk ist, dann erkennt man auch hier, dass man auch alle erdenklichen zivilen Mittel verwendet, um unliebsame Meinungen und Informationen zu unterbinden.

Wer sich heute beispielsweise gegen das Morden im Osten der Ukraine auflehnt, der ist schnell ein Nazi in der Bundesrepublik Deutschland, obwohl es gerade Nazi-Bataillone sind, die im Osten der Ukraine ganze Dörfer ausrotten.

Weiteres Beispiel: Wer sich in Dresden hinstellt, weil er der Ansicht ist, dass man die NATO-Politik hinterfragt, die letzendlich ursächlich für die neuen Flüchtlingsströme sind, der ist auch gleich ein Rechtsradikaler.

Immerhin kommt man in Deutschland als Journalist nicht sofort in den Knast, wenn man fundiert und recherchiert diese Sache wiedergibt. Man muss aber damit rechnen, dass man jede Verbindung zu einer noch unliebsameren Person sich komplett und gänzlich zurechnen lassen muss.

Insgesamt zeigt die Geschichte von Barrett Brown das typische heuchlerische Gesicht der amerikanischen Politik. Und Demokratie und Grundfreiheiten existieren nur auf dem Papier. Wenn man sie wirklich braucht, dann kann man sich mit diesem Papier den Hintern abwischen.

 

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