Bergkarabach-Konflikt: Die Türkei ist auf der Seite Aserbaidschans

 

Der vor zwei Monaten entflammte Konflikt um Bergkarabach zeichnet sich immer mehr als ein Stellvertreter-Krieg zwischen der Türkei und Russland ab. Der Politikwissenschaflter Süleyman Shah Cengiz Aktar von der Universität zu Istanbul sieht sein Land eindeutig auf der Seite von Aserbaidschan. Russland gilt als militärische Schutzmacht Armeniens.

Bislang sieht sich Russland in der Vermittler-Rolle im Bergkarabach-Konflikt, wo man versucht den Waffenstillstand beizubehalten. Die Türkei scheint einen Stellvertreter-Krieg gegen Russland und Armenien zu führen und hat somit eindeutig Partei ergriffen.Die Türkei unterstützt nach Auffassung des Politikwissenschaftlers Aktar, da mehrheitlich von Moslems bewohnte Aserbaidschan., berichtet News Front auf Deutsch.

In einer Diskussionsrunde sagte der Wissenschaftler, dass die türkischen Medien kaum über diesen Konflikt berichten. Ankara unterstütze Baku aus völlig überzogenen Gründen, emotionaler Natur. „Die meisten Türken wissen nicht einmal, wo Bergkarabach liegt“, sagte der türkische Politikwissenschaflter in einer Gesprächsrunde in Jerewan, der Hauptstadt Armeniens.

https://twitter.com/armembgermany/status/737919582481076224

In Bergkarabach (Nagorny-Karabach) kommt es in jüngster Geschichte seit nunmehr 28 Jahren immer wieder zu militärischen Eskalationen zwischen den aserbaidschanischen Streitkräften und den armenischen Soldaten und Rebellen, so dass man von einem Konflikt mit nierdriger Intensität ausgehen kann. Hier dominiert ein Wechselspiel zwischen hybrider und asymetrischer Kriegsführung zwischen den Konfliktparteien. Dieses Thema wurde im neuen Epaper von Contra Magazin im Rahmen eines Hintergrundberichtes aufgegrifen.

Wegen des Streites zwischen Armenien und der Türkei im Hinblick auf den Völkermord kann ebenfalls Anlass für die Türkei gewesen sein, den Bergkarabach-Konflikt zu entflammen. Aktar kritisierte zudem, dass in den türkischen Medien die Rolle des türkischen Militärs bei der Aufrüstung der aserbaidschanischen Armee, die zahlenmäßig den Guerillakämpfern in Bergkarabach überlegen sind.

Seit einer Woche soll die Waffenruhe bis auf wenige Zwischenfälle eingehalten worden sein. Aktuell kritisierte der armenische Präsident Sersch Sargsjan in einem Interview mit der Bild-Zeitung den zwischen Ankara und der EU ausgehandelten Türkei-Deal, sowie die Debatte über die Anerkennung des Genozid an den Armeniern durch die Türkei, während des ersten Weltkrieges.

https://twitter.com/armembgermany/status/737915618477903872

 

Das aserbaidschanische Medienportal AZERTAC verkündet auf Twitter unter Berufung des Pressedienstes des Verteidigunsministeriums. die Teilnahme azerbaidschanischer Piloten an der internationalen Übung, „Anatolian Eadgle -2016“, wo auch die Türkei, Saudi-Arabien, Italien, Pakistan und die Niederlande teilnehmen. Die Übung startete am 30 Mai und endet am 10 Juni.

Das überwiegend von Muslimen bewohnte Aserbaidschan und die armenischen Rebellen liefern sich seit zwei Monaten Gefechte in der abtrünnigen Region Bergkarabach, das von christlichen Amernien überwiegend bewohnt ist. Die Amernier führen gegen die aserbaidschanische Armee, die in der Überzahl ist, einen asymetrischen Krieg. Auf diesem Gebiet gelten die Armenier als besonders kampferprobt.

https://www.youtube.com/watch?v=ujZH-UZ8XWs

Die russische Föderation gilt als militärische Schutzmacht Armeniens. Aserbaidschan und Armenien waren eigenständige Sowjetrepubliken im Staatenbund Sowjetunion. Der Konflikt eskalierte erstmals 1988, wo es in der strittigen Union zu Unruhen kam. Moskau versuchte den Konflikt durch die Entsendung von Luftlandetruppen zu beenden. Alexander Lebed, Fallschirmjäger-General und Präsidentschaftskandidat, versuchte vergebens den Konflikt zu beenden.

Bereits im Zuge der Oktoberrevolution war Bergkarabach ein Zankapfel zwischen Armenien und Aserbaidschan. Nachdem beide Staaten in die Sowjetunion aufgenommen wurden ruhte dieser Konflikt bis in die späten 1980er Jahre, der bis heute ungelöst ist. Durch die aktuellen Debatten um die Anerkennung des Völkermordes der Amermien, sowie du die Zuspitzung des russichen-türkischen Konfliktes, könnten die jüngsten Auseinandersetzungen befeuert worden sein.

Völkerrechtlich betrachtet, gehört die Region Bergkarabach zu Aserbaidschan, obwohl das Konfliktgebiet mehrheitlich von Armenien bewohnt wird. Im Jahre wurden mehrere Resolutionen gegen Armenien verabschiedet, nachdem sich das armenische Militär weigerte, seine Truppen aus Bergkarabach abzuziehen. Mehrere Vermittlungsversuche später scheiterten ebefalls. Seit Anfang April kommt es immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen in der Krisenregion. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig als Verursacher.Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) traf sich Anfang Mai in Wien, um einen Beitrag friedliche Lösung im Konflikt zu leisten. Bislang gilt die Feuerpause als sehr brüchig. Mitte Mai haben beide Seiten versprochen Friedensgespräche aufzunehmen. Bergkarabach verlangt allerdings die Unabhängigkeit von Aserbaidschan.

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Kategorien:Allgemein, Militär

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