Künstliche Intelligenz: „Benjamin“ schreibt Science-Fiction-Drehbücher

„Benjamin“ schrieb seine erstes Drehbuch für einen Science-Fiction-Roman. „Benjamin“ ist aber kein Mensch, sondern ein Computer-Programm, dessen evolutinärer Algoritmus in der Lage ist Geschichten selbst zu schreiben. Vor drei Jahren überraschte bereits „Iamus“, ein Computer der klassische Musik „komponierte“ und viele Hörer verblüffte.

Auf der Seite des Technikportals Ars Technika wurde ein Film präsentiert, der von einem Computer-Programm geschrieben wurde. Mittels evolutinärer Programmierung ist das Computer-Programm „Benjamin“ in der Lage eigene Geschichten und Drehbücher zu schreiben. Zuvor wurde das Programm mit den Science-Fiction-Drehbüchern der 1980er und 1990er Jahre gefüttert. Der Film „Sunspring“ wurde auf mit dem Hauptdarsteller Thomas Middleditch auf dem Science-Fiction-Festival in London vorgestellt.


Doch wie geht das? Gewöhnliche Computer-Programme arbeiten für gewöhnlich einen bestimmten Ablauf ab, den sogenannten Algoritmus. Vergleichbar ist so ein Ablauf in der realen praktisch mit dem Kochen nach Rezept, wo man Schritt für Schritt vorgeheht, um eine Mahlzeit zuzubereiten. Neue Algoritmen sind inzwischen in der Lage eigene Abläufe, also auch Rezepte oder Programme und damit auch Geschichten zu schreiben, indem sie über Suchabläufe beispielsweise mehrere Algorimen miteinander kombinieren. Auf die reale Welt übertragen ist es ungefähr damit vergleichbar, wenn jemand ein neues Kochrezept entwickelt, indem er zwei unterschiedliche Rezepte miteinander kombiniert.

So ist es auch im aktuellen Beispiel, wo das Programm Benjamin aus den verschiedenen implementierten Drehbüchern ein neues Drehbuch entwickelt hat, woraus der oben gezeigte Film entstanden ist. Aber können Maschinen wirklich kreativ sein? Diese Frage stellte man sich bereits vor vier Jahren, als ein musikalisches Trio im spanischen Malaga ein Konzert gab, der Komponist war „Iamus“, die Mozart-Maschine1. Auf dem unteren Video kann man sich selbst ein Bild machen, wo anlässlich des 100. Geburtstags des britischen Mathematikers und Computer-Pioniers Alan Turin das Konzert gegeben wurde.

Auch „Iamus“ basiert auf der Bionik, also die Übertragung der Natur auf die Technik. Der Komponist ist ebenfalls ein Computer, der mit 1600 Prozessorkernen und sieben Terrabytes RAM eine Rechenleistung von etwa 400 modernen PCs hat. Das System des Rechners basiert auf Melomics, das ebenfalls einen speziellen Algoritmus verwendet und in der Lage war mit Parametern wie Stimmung, Instrumenten und zeitlichen Interwallen eine fertige Partitur auszuspucken.

Der Unterschied zwischen „Iamus“ und „Benjamin“ besteht also darin, dass der „Komponist“ nicht aus alten Musikstücken ein neues Musikstück koponiert, sondern auf einen bionisch-inspirierten Algoritmus basiert, aus denen die beiden Computer-Systeme Melomics2 und Iamus ihre neuen Melodien entwickeln. Gemeinsamkeiten bestehen darin, dass beide Algoritmen „lernfähig“ sind. Um einen Maßstab zu haben, wann eine Maschine dem Menschen gegenüber eine gleichwertige Intelligenz besitzt, wurde der von Alan Turing vorgeschlage Turing-Test3 entwickelt. Allerdings ergeben sich aus solchen Test im Hinblick auf die menschlichen Sprache immer noch einige Probleme, weswegen manche Dialoge bei den Drehbüchern aus „Benjamins Hand“ unsinnig erscheinen.

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Kategorien:Allgemein

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