Interview mit dem serbischen Journalist und Kriegsberichter, Miroslaw Lasanski

Was halten Sie von dem Einsatz Russlands in Syrien?

Im vergangenen Jahr war ich auf der russischen Luftbaseis Hmeymim. Russland hat mit Syrien zwischenstaatliche Abkommen. Es ist ein alter Vertrag — über 35, oder sogar 50 Jahre. Russland ist ein traditioneller Verbündeter Syriens. Russland kam nach Syrien auf die Anfrage der legitimen Regierung in Damaskus. Russland begann keine Intervention ohne Berufung von Damaskus. Und Syrien ist ein UN-Mitglied, es hat einen Vertreter in der UNO. Syrien ist ein anerkannter Staat.

Ich war in Damaskus im Jahr 2012, dort gibt es auch Botschaften von EU-Mitgliedsstaaten. Österreich, die Tschechische Republik haben ihre Botschafter nicht zurückgezogen. Syrien, die Regierung von Baschar al-Assad erkennt die EU an. Und auf der Grundlage des internationalen Abkommens zwishen Russland und Syrien kam die russische Armee, genauer die Luftwaffe. Russland hat einen Marinestützpunkt in Tartus seit etwa 50 Jahren. Die Behörden in Damaskus haben die Behörden in Moskau um Hilfe gebeten. Und Moskau hat Flugzeuge gesendet.

Das, was in Syrien geschah, ist ein klassisches Beispiel für einen Versuch, das Regime zu stürzen, was unbequem ist. Syrien ist ein Ziel einer Reihe von westlichen Kräften, weil es auf dem Weg der zukünftigen Öl-Pipeline und einer Gas-Pipeline liegt, die aus Katar, durch Saudi-Arabien, Kuwait, Irak, Syrien, und dann unter dem Mittelmeer nach Italien und Mitteleuropa gehen könnte.

Das Ziel der Amerikaner ist, Europa von russischen Energieressourcen zu trennen. Und der Westen tut alles dafür. In jedem Fall ist Europa derzeit von russischem Gas- und Öl abhängig, und kann nicht unabhängig sein. Sie (die USA — Red.) möchten Deutschland und Frankreich vom russischem Gas trennen.

70 Prozent der deutschen Industrie arbeitet heutzutage mit russischem Gas. Die Deutschen wollen «Nord Stream 2». Um die russischen Strömungen zu neutralisieren, muss man billiges Öl und Gas aus Katar direkt nach Mitteleuropa laufen lassen.

Also alle russischen Gaspipelines aus dem Schwarzen Meer — «South Stream» durch Bulgarien oder «Türkisch Stream» durch die Türkei und Griechenland — all dies wird nicht notwendig sein, wenn es möglich wäre, es so über Syrien zu machen.

Kein arabisches Land hat eine Gas-Pipeline bis Israel. Diese Regime können dies nicht akzeptieren. Syrien ist ein Sprungbrett für die Ausfahrt ins Mittelmeer. Deshalb begann der Krieg. Dies ist nicht mit der Demokratie, oder mit dem Diktator oder kein Diktator Baschar al-Assad verbunden.

Wie es verbunden ist? Alle arabischen Führer sind in gewissem Maße Diktatoren. Sind etwa Saudi-Könige Demokraten? Dort hatten bis vor kurzem Frauen kein Recht, ein Auto zu fahren. Gibt es etwa in Marokko Demokratie? Interessanterweise ist der «arabischen Frühling» in Ländern aufgetreten, die nicht Monarchien sind. Er war nicht in Marokko, Jordanien, Saudi-Arabien. Wo war er? In den Republiken, in denen es keine Erben der Monarchen gibt. Das ist eine interessante Frage für die Analyse.

Die russische Militärpräsenz in Syrien hat eine Staats- und Rechtsgrundlage, ein internationales Abkommen zwischen Moskau und Damaskus. Die andere Sache ist … Die Amerikaner bombardieren einen Teil des Gebiets. Vor ein paar Tagen haben sie die syrische Armee bombardiert.

Auf welcher Grundlage, welchen Vertrages? Woher haben sie dieses Recht? In einen anderen Staat einzudringen und seine Militärs zu bombardieren? … Sie sagen, dass es ein Fehler war. Diese Humkonvoi könnte gut ein»Racak Fall» oder «Markale» sein, Wieso nicht? Ganz leicht. Um Russland zu beschuldigen, braucht der Westen dies alles. Wir beobachten eine wachsende Zahl von Medien-Geschichten zur Dämonisierung Russlands. Vor allem zum Verteufeln von Putin, um eine Rechtfertigung für sein Handeln zu bekommen.

http://de.news-front.info/2016/10/01/serbischer-journalist-das-ziel-der-usa-in-syrien-ist-es-europa-von-russischen-energiequellen-abzutrennen/

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