Militär : Russland feiert Tag der russischen Flugabwehr

Fast rechtzeitig nach den US-amerikansischen Bombenmorden in Syrien, feiert Russlands Flugabwehr ihren Feiertag. Einige dieser Systeme werden im folgenden Beitrag vorgestellt

 

 

Der Tag der Luftabwehr wird seit 2006 am zweiten Aprilsonntag gefeiert. Dieser Tag wurde auch schon zu Zeiten der Sowjetunion feierlich begangen. Man gedachte und gedenkt auch heute wieder unter anderem den Militärangehörigen, die während des Zweiten Weltkriegs heranfliegende Bomber der Luftwaffe aufspürten.

 

Das Video zeigt unter anderem die S-300-Systeme, die für die Verteidigung großer Industrie- und sonstiger Zivil- und Militäranlagen bestimmt sind. Diese Systeme können ballistische Langstreckenraketen abfangen und Ziele in einer Entfernung von bis zu 150 Kilometern und in bis zu 27 Kilometern Höhe bekämpfen.

 

Russland versucht seinen Luftraum mit verschiedenen Abwehrsystemen zu sichern. Darunter gehört neben den Systemen S-400 und S-500 auch das Lenkwaffensystem Tor, welches seit Sowjetzeiten benutzt und immer wieder modernisiert wird.

 

In letzter Zeit haben amerikanische Flugzeug immer häufiger den russischen Luftraum verletzt. Ihr handeln ist dreist, aber zugegen auch sehr mutig, denn Russland hat einiges gegen Bedrohungen aus der Luft anzubieten. Neben dem bekannten mobilen Langstrecken-Boden-Luft-Raketensystem S-400 und S-500 zur Bekämpfung von Kampfjets und Marschflugkörpern, wird auch das in der Sowjetunion entwickelte radargestützte Kurzstrecken-Luftabwehrsystem gegen die Bedrohung von oben eingesetzt.

Die Amerikaner kennen die Effizienz der russischen Luftabwehr seit dem Kalten Krieg. Fancis Gary Powers versuchte bereits am 1. Mai 1960 mit einer U-2 einen Spionageflug von pakistanischen Pershawar aus nach Bodo Norwegen die militärische Ausrüstung der Sowjetunion auszuforschen. Sein waghalsiger Flug endete mit einem Abschuss durch eine neuentwickelte S-75-Boden-Luftrakete südlich von Swerdlowsk. Der Pilot überlebte allerdings und wurde zwei Jahre später gegen den sowjetischen Top-Spion KGB-Oberst Rudolf Abel an der Glienicker Brücke in Potsdam freigelassen. Ein große Rolle bei dem ersten Agenten-Austausch spielte der DDR-Rechtsanwalt Wolfgang Vogel, der in den zähen Verhandlungen zwischen den USA und der Sowjetunion erfolgreich vermittelte.

 

Heute ist die Hemmschwelle für einen Flugzeugabschuss zwar größer, was aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass die russischen Abfangjäger in der Regel die gleiche, wenn nicht noch eine größere, Flughöhe erreichen. Dennoch hat die Luftabwehr vom Boden aus eine strategisch wichtige Bedeutung, da von dort aus gegen Marschflugkörper, Drohnen, Präzisionsbomben und Kampfflugzeuge eine Trefferwahrscheinlichkeit von bis zu 95 Prozent erreicht werden kann. Das Tor-Luftabwehrsystem wird seit seiner Entwicklung immer wieder auf den neusten Stand gebracht. Das System basiert auf einem Kettenfahrzeug mit TELAR-Funktion auf dem ein Suchradar, ein Feuerleitradar aufgebaut ist, sowie den 9M330-Raketen, die in senkrechten Containern transportiert werden. Folgendes Video veranschaulicht das Tor-Luftabwehrsystem.

 

Die beiden Radare werden zur Zielortung und Zielerfassung eingesetzt. Das Suchradar ist ein 3D-Pulse/Doppler-Radar im E/F-Band welches mit 25 km Reichweite, die Entfernung, das Azimut und Höhenwinkel von bis zu 48 Zielen sammeln und dabei 10 Ziele parallel verfolgen kann. Das Suchradar hat zudem ein Freund-Feind-Erkennungssystem. Während der Fahrt kann die Antenne eingeklappt werden, um den Querschnitt zu verringern. Das Feuerleitradar basiert auf einem Phased-array-System und ist an der Front des Turms installiert und kann zwei Ziele von einer Entfernung von bis zu 20 km gleichzeitig mit den Raketen bekämpfen. Diese Phasengesteuerte Gruppenantenne erreicht durch die Bündelung der Strahlenenergie mittels Anordnung und Verschaltung von Einzelstrahlern eine starke Richtwirkung, woraus sich die hohe Trefferwahrscheinlichkeit von nahezu allen feindlichen Zielen aus der Luft ergibt.

 

Im Gefecht der verbundenen Waffen arbeitet das Tor-System in den verschiedenen Entfernungsbereichen von Luftzielen mit den Systemen 2K12 Klub (NATO-Codename SA-6 Gainful), dem Buk-System (SA-17) sowie den Langstrecken-Boden-Luft-Raketensystemen S-300 und S-400 (SA-12 und SA-21) zusammen. Russland ist also gut gewappnet gegen einen geplanten weltweiten Schlag der USA (Prompt Global Strike), welches die USA ausgetüftelt haben, um mit ihren Raketen die Menschheit zu terrorisieren.

Das Pendant der Westmächte zum Tor-Luftabwehrsystem ist das von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit den Franzosen entwickelte System Roland, welches sowohl auf einem Marder oder auf einem MAN 15-Tonner transportiert wird, sowie den angelsächsischen Systemen Patriot und Hawkm die das Medium Etended Air Defense System (MEADS) der NATO bilden. Das Luftabwehrsystem Mantis, das auf einer 35mm Revolverkanone basiert, soll zudem vor feindlicher Raketen-, Artillerie- und Mörsergranaten und anderen Bedrohungen der Luft schützen. Ein ebenso radargestütztes leichtes Luftabwehrsystem ist die kleine Raubkatze Ozelot der Bundeswehr, ein Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem auf Basis des Waffenträgers Wiesel.

 

Das Feuerleitradar gibt zudem die Impulse für die 3,5 Meter langen und 167 kg schweren 9M330-Flugabwehrraketen, die nach dem Start Geschwindigkeiten zwischen 800 Metern pro Sekunde und Mach 2,1 erreichen. Es können hierdurch fliegende Ziele mit bis zu Mach 2 Geschwindigkeit mit diesem Boden-Luft-Lenkwaffensystem bekämpft werden. Der 15kg schwere Sprengkopf wird durch einen Radar-Näherungs oder Aufschlagzünder gezündet. Zudem können auch durch das Raketen-Radarsystem Bodenziele wie Panzer und leicht gepanzerte Fahrzeuge bekämpft werden. Das Raketen-Radarsystem kann auch auf Kriegsschiffen zum Einsatz kommen, wo die Fliegerabwehr mit 30-mm-Bordkanonen unterstützt wird.

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Kategorien:Militär

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