Militär: Russland befindet sich in der Entwicklung von Hyperschall-Raketen auf dem Niveau der USA

Wie der stellvertretende russische Ministerpräsident vor der Presse sagte, sei man in der Entwicklung der Hyperschallraketen-Technik auf dem gleichen Niveau wie die Vereinigten Staaten von Amerika. Details wurden allerdings nicht bekannt gegeben.

Hyperschall ist Schall mit Frequenzen oberhalb etwa 1.000 MHz (= 1 GHz). Er ist somit ein Teilbereich des Ultraschalls (Frequenzen ab etwa 16 kHz). Die Grenze von 1 GHz wurde früher in der DIN 1320 (Akustik – Begriffe) angegeben. Hyperschallgeschwindigkeit oder kurz Hyperschall (griechisch ὑπέρ hyper, deutsch ‚über‘) bezeichnet in der Luft- und Raumfahrt den Geschwindigkeitsbereich weit über der örtlichen Schallgeschwindigkeit, die vom Medium und dessen Zustand – in erster Linie von der Umgebungslufttemperatur und in weit geringerem Umfang von Luftfeuchtigkeit, (Luft-)Druck, usw. – abhängig ist. Als Hyperschall wird dabei der Bereich oberhalb der fünffachen Schallgeschwindigkeit (über Mach 5) angesehen, während darunter ein Flugkörper „nur“ Überschallgeschwindigkeit fliegt.

 

 

„Wir haben zuvor bereits gesagt, über die Tatsache, dass wir unsere eigenen Systeme im Rahmen der Fragen im Zusammenhang entwickeln sich nicht auf Überschall umfasst, sondern auch hypersonische (Überschall) Waffen, wo wir auf gleicher Ebene mit den Vereinigten Staaten sind“, so der stellvertretende Ministerpräsident der Russischen Föderation.

Gestern wurde bekannt, dass Russland die Rakete 3M22 Zirkon testen wird, Mars von Padua berichtete bereits über den Raketentest am Mittwoch.

Die erste sowjetische Entwicklung auf diesem Gebiet war das Projekt Spiral: Ein Orbiter sollte mit Hilfe eines Trägerflugzeugs auf rund 30 Kilometer Höhe steigen, um dann selbständig zu fliegen. Die Entwickler rechneten mit einer Geschwindigkeit von rund 7.000 km/h. Das war eine Antwort auf das US-Projekt X -20 Dyna Soar. Diese beiden Projekte (sowohl in Amerika als auch in der UdSSR) sind aber gescheitert, wie Stimme Russlands 2013 schreibt.

Erst am 28. November 1991 stieg das erste russische Hyperschall-Luftfahrzeug in den Himmel. Das fliegende Labor Cholod („Kälte“) wurde auf Basis des schweren Luftabwehrsystems S-200 entwickelt. Das Luftstrahltriebwerk ermöglichte Geschwindigkeiten bis zu Mach 6,5 in 15 bis 35 Kilometer Höhe. In den 1990er Jahren absolvierte das Hyperschall-System einige erfolgreiche Flüge. Wegen der russischen Wirtschaftskrise im Jahr 1998 wurde das Testprogramm jedoch ausgesetzt.

Die wichtigste Hürde für die Entwicklung wiederverwendbarer Hyperschall-Flugzeuge sind derzeit die Triebwerke. Daran wird in den USA aktiv getüftelt, es gibt entsprechende Experimente. Der US-Raumgleiter X-37 absolviert mittlerweile seinen dritten Flug, der im Dezember 2012 begonnen hat und mehrere Monate dauern soll. Theoretisch soll ein Hyperschall-Trägersystem daraus resultieren, das in der Lage wäre, um Orbit zu manövrieren und bei Bedarf in die Atmosphäre einzutreten, um bodengestützte Ziele zu zerstören. Auf diesem Weg müssen allerdings noch viele Probleme gelöst werden – von Konstruktion bis hin zu Navigation und Verbindung. Denn bewährte Methoden funktionieren bei atmosphärischen Hyperschall-Flügen nicht mehr.

Neben manöverfähigen Raketen-Oberstufen wird in Russland an einer Hyperschall-Rakete für die Bekämpfung gegnerischer Kriegsschiffe gebastelt. Dieses Waffensystem namens Zirkon soll Erfahrungen liefern, um bei der Entwicklung einer russisch-indischen Hyperschall-Rakete auf BrahMos-Basis zu helfen. Die neue Rakete soll der Luftwaffe zur Verfügung stehen und zehnmal so schnell wie der Schall sein.

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