„Wedomosti“: Suchmaschine Google verliert gegen Yandex im Kartellstreit

Schlappe im Kartellstreit Yandex gegen Google: Der US-Konzern muss 439 Millionen Rubel (umgerechnet rund 7,3 Millionen Euro) zahlen, wegen wettbewerbswidrigen Handlungen, wie Sputnik unter Berufung auf die russische Zeitung „Wedomosti“ schreibt.

Der russische Internetriese Yandex hatte Kartellbeschwerde gegen Google eingereicht, wie „Wedomosti“ berichtet, und dem US-Konzern vorgeworfen, mit seinem Betriebssystems Android die Rechte der Konkurrenten und die Marktregeln zu verletzen. Nach Yandex-Angaben soll Google die Hersteller mobiler Internetgeräte zur Vorinstallation seiner Services gezwungen haben. Eine Vorinstellation konkurrierender Programme soll Google den Geräteherstellern dabei verboten haben. Yandex klagte, da sich die Hersteller im Sommer weigerten, mit dem russischen Unternehmen zu arbeiten und sich dabei auf das Verbot von Google berief.

Die Kartellbehörde gab Yandex nun Recht. Google wurde zu einer Strafe verdonnert und angewiesen, die unrechtmäßigen Bedingungen aus den Verträgen mit Lieferanten zu entfernen sowie den Bezahldienst Google Pay von Android abzukoppeln.

Yandex klagte mit gutem Grund: Beide Suchmaschinen verdienen am Verkauf von Werbung in den Suchergebnissen. Je größer das Auditorium der Such-Services ist desto größer der Werbeerlös.

Die Behinderung von Yandex im Betriebssystem Android führte zum Verlust des riesigen mobilen Auditoriums. Android ist der größte Player bei Betriebssystemen und belegt über 80 Prozent des Marktes weltweit und auch in Russland. Durch die Verletzungen habe Yandex einen Anteil auf dem Suchmaschinenmarkt eingebüßt.

Dass Yandex den Kartell-Streit nun gewann,  ist wichtig für das Geschäft: Die Vertreter des Unternehmens betonten wiederholt, dass die Vorinstallation von Services automatisch eine höhere Zahl von Usern generiere. Die Nachricht vom Yandex-Sieg wurde auch von Anlegern positiv aufgenommen – am Tag der Bekanntgabe stiegen die Aktien von Yandex um mehr als sieben Prozent – auch wenn das nur ein lokaler Sieg ist, da Android nur in Russland zugänglich ist.

Ähnliche Ermittlungen gegen Google gab es auch früher in anderen Ländern – vor allem in der EU, der Türkei und Südkorea.

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Kategorien:International, Internet, Russland, Wirtschaftspolitik

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