Wahlen in Frankreich: Wie wird sich die Wahl auf die ehemaligen Kolonien in Afrika auswirken?

Nicht nur ganz Europa blickt auf den Ausgang der Wahlen in Frankreich, sondern auch der afrikanische Kontinent, wo vor allem im Maghreb bürgerkriegsähnliche zustände herrschen und Frankreich um seinen Einfluss ringt. In Algerien, Mali, Niger, Chad und weiteren Staaten Afrikas blickt man auf die Wahlen.

Auf der unteren Infografik des geopolitischen Informationsdienstes sieht man, welche Staaten in Afrika ehemalige Kolonien sind, welche Gebiete im Besitz Frankreichs sind und welcher Kandidat wo einen Besuch abstattete, um seinen Standpunkt in der Außenpolitik darzulegen. Insgesamt kämpfen 11 Kandidaten um das Amt des Präsidenten in Frankreich, allerdings rechnet man nur vier Kandidaten wirklich reelle Chancen aus, wobei es aktuell sogar danach aussieht, dass es zu einer Stichwahl zwischen Marine Le Pen (Front National) und Emmanuel Macron (En marche) kommen wird.

 

Bis zum Ende des Kalten Krieges konnte Frankreich seinen Einfluss in Afrika ohne Probleme sichern, was man daran merkt, dass im Maghreb und im zentralen Afrika immer noch Französisch gesprochen wird und sogar das Englische sich nicht wirklich durchsetzen kann. Frankreich kämpft gerade darum seinen Einfluss in diesen Gebieten nicht zu verlieren. Dabei hat Frankreich unter Sarkozy viel in Afrika kaputt gemacht, man nenne hierbei das Bombardement auf Libyen und den Sturz Gaddafis, der letztlich dem Flüchtlingsstrom Tür und Tor öffnete. Frankreich verkaufte den Sturz Gaddafis als eigenen Erfolg und als Handeln auf eigenen Wunsch, dabei handelte Sarkozy selbst auf Geheiß der USA und der Sturz Gaddafis machte nicht nur den Flüchtlingsstrom möglich, sondern sorgte auch dafür, dass sich Dschihadisten in Mali, Libyen und Eritrea ausbreiteten. Ebenso kam Boko Haram zum Vorschein, eine Terrorgruppe, die vom Westen finaziert wird.

 

 

Man kann nun auf den Ausgang der Wahl spekulieren und den außenpolitischen Standpunkt zu Afrika von jedem einzelnen Kandidaten erörtern, aber was soll das bringen? Man sieht gerade an Donald Trump, wie viel Stellenwert die außenpolitischen Aussagen im Wahlkampf haben und weswegen sollte man Macron oder Le Pen ernster nehmen als Donald Trump? Beide Politiker werden gleichmaßen von Interessengruppen gesteuert und finanziert und sie werden nicht ihren Idealen folgend, sondern dem Geld. Dem Geld, das es den Kandidaten erst ermöglichte als Präsident zu kandidieren.

 

Deswegen ist es vorzugswürdiger zu schauen, wo Frankreich in Afrika seine Militärbasen hat, von wo aus sie ihre Interessen auf dem Afrikanischen Kontinent auch möglicherweise durchsetzen könnten.Das wäre wie oben gesehen in Mali, wo sich auch die Bundeswehr befindet, sowie in Niger und Tschad. Sollte beispielsweise Le Pen tatsächlich ein aufrichtiges Interesse daran haben, die Flüchtlingsströme zu stoppen, dann müsste Frankreich seine imperialen Ansprüche in Afrika oder Syrien herunterschrauben. Den erst die Bomben Frankreichs und die Militärgewalt waren eine Mitursache für den Flüchtlingsstrom, der im Jahre 2015 seinen Höhepunkt erreichte, aber im Jahre 2010 seinen Ursprung hatte.

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