Der Unterschied zwischen Serena Shim und Denis Yücel

Aktuell jammern Deutsche Politiker mit ihren Leitmedien über die Inhaftierung von Denis Yücel, der einmal Journalist werden wollte und heute fälschlich so bezeichnet wird. Journalistin Serena Shim starb 2014 durch einen Anschlag in der Türkei, weil sie – anders als Yücel – die Wahrheit sagte.

Zunächst die Gemeinsamkeiten: Sowohl Serena Shim als auch Yücel waren im Medienbereich tätig, die in ihrem jeweiligen Heimatland ausländische Wurzeln vorweisen können. Shim lebte in den USA und stammt aus dem Libanon und Yücel hat türkische Wurzeln. Nun die Unterschiede: Shim arbeitete als Journalistin und Kriegsreporterin für den iranischen Sender PressTV bis sie am 19. Oktober Opfer eines Attentats wurde. Yücel ist als Kommentator bekannt, dem man folgende Zitate nachsagt:

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Shim arbeitete als Korrespondentin in der Ukraine und in der Türkei, wo ihr zum Verhängnis wurde, dass sie über die NATO-Unterstützung des islamischen Staates im Jahre 2014 auffallend früh berichtete. Zu dieser Zeit war der einstige „Haus und Hoftürke“ der linken taz kurz vor dem Absprung zur Springer-Presse. Seine Zitate über den SPD-Politiker Thilo Sarrazin kostete der taz eine Menge Geld, nachdem Sarrazin die taz verklagte, weil er diese Respektlosigkeit nicht hinnehmen wollte. Shim hatte ihrem Arbeitgeber nie geschadet, im Gegenteil.

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Vermische nicht die Wahrheit mit Lügen und verstecke nicht die Wahrheit, wenn du sie kennst, zitierten die Kollegen vom britischen Dienst des iranischen Auslandssenders, nachdem man von ihrem Tod erfahren hat, aus dem edlen Koran.

Über den Tod von Serena Shim hat man in den westlichen Medien sehr wenig bis gar nichts erfahren. Für die westlichen NGOs sind solche Opfer im Krieg bekanntermaßen nur „Propagandisten“, die es aus deren Sicht nicht Wert sind, dass man über sie schreibt. Und wenn, dann lügt man noch was das Zeug hält.

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Aber das Gejammer über Yücel überbietet fast alles was bislang dagewesen ist. Anstatt man sich bei Erdogan bedankt, dass er dafür sorgt, dass kriminelle Türken nicht mehr nach Deutschland kommen, erntet der Staatsmann nur Verachtung in den Deutschen Medien, die noch im Jahre 2014 ganz anders über die Verfolgung und Tötung von Journalisten berichtet haben als heute – nämlich kaum bis gar nicht.

Natürlich ziemt es sich nicht, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht, denn eine Journalistin ist auch was anderes als ein Schmierenkomödiant, auf dessen Wort man nichts geben muss, da seine Worte selbst von Deutschen Gerichten als unwürdig rubriziert wurden, um es man verhalten auszudrücken. Aber diese beiden Schicksale zeigen uns, dass die Ehre der Deutschen Politiker und Medienmache dem umgangssprachlichen Verständnis völlig bar ist.

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Im Übrigen: Serena Shim wuchs in den USA auf und war Mutter von zwei Kindern, die trotzdem für den iranischen Staatssender arbeitete – wie man oben sieht – aus wohlerwogenen Gründen. Noch heute kämpft ihre Familie für das Andenken ihrer verstorbenen Tochter. Hier ein Artikel des amerikanischen Portals Mintpress News, den die Mutter der ermordeten Journalistin veröffentlichte.

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Kategorien:International, Internet, USA & Lateinamerika

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