Zum Tode von Zbigniew Brzeziński: WikiLeaks spuckt 10.143 Dokumente aus

Am vergangenen Freitag verstarb der Politikwissenschaftler und Berater des Weißen Hauses Zbigniew Brzeziński, der als polnischer Flüchtling in die USA kam und als Russland- und UdSSR-Kritiker bekannt wurde. Kein Wunder ist es daher, dass sich zehntausende Dokumente auf WikiLeaks finden lassen, wenn man den Namen Beraters eingibt, der am Anfang die USA noch als Hegemon in der Welt sah und kurz vor seinem Tode in der Ära der USA als „einzige Weltmacht“ ein Ende erblickt.

Wer „Brezinski“ als Suchbegriff auf WikiLeaks eingibt, der wird schnell fündig: 10.143 Treffer in 14 verschiedenen Rubriken, wobei die Reihe „PlusD“ und die „Cartler-Cables“ die Veröffentlichungsreihen sind, die mit Abstand die meisten Ergebnisse liefern. Hierbei handelt es sich um die Botschafter-Kabel, also um Dokumente die von den Botschaften der USA aus aller Herren Länder in das Außenministerium verschickt wurden und durch einen Hack veröffentlicht wurden. Auch die Reihe „Global Intelligence Files“ beschäftigten sich mit der Person Brzezinski‏ über die der digitale Informationsdienst Sputnik Deutschland folgendermaßen schreibt.

Brzeziński hatte zwei Sternstunden – seine Arbeit mit Präsident Carter in den 70er Jahren und während des Zerfalls der UdSSR in den Neunzigern. Im Weißen Haus wechselte er Henry Kissinger ab. Kissinger beendete den Krieg in Vietnam und begann eine Entspannung in den Beziehungen mit der Sowjetunion. Brzeziński begann andererseits einen ideologischen Angriff auf Moskau und versuchte, Russland in ein sowjetisches „Vietnam“ zu drängen, geht aus dem Artikel hervor. So bezeichnete er Afghanistan, also die Operation zur Unterstützung der Mudschahedin. Die Operation sollte die UdSSR in eine „afghanische Falle“ bringen. Gelang dies?

Bei den oben genannten Leaks handelt es sich um sämtliche Emails der US-Politikberatungsfirma Stratfor, die weltweit Unternehmen und Regierungen und andere Institutionen in geopolitischen Fragen berät oder informiert. Damals war der Politikwissenschaftler George Friedman Chef des Unternehmen, der ebenfalls als ein Schwergewicht in der Welt der Geopolitik gesehen wird – in etwa ein Gegenpart zu dem russischen Pendant Alexander Dugin, der in den westlichen Medien oftmals in der Kritik steht, gleichwohl aber auch den Dialog mit Brzeziński führte.

WikiLeaks veröffentlichte gestern selbst das Suchergebnis, nachdem der Tod des Kissinger-Beraters bekannt wurde. Vieles aus den Dokumenten spiegelt das wieder, was Brezinski auch in seinen Büchern veröffentlichte. Zbigniew Brzeziński könnte man als eine menschliche Form der Idee der Eindämmung Russlands bezeichnen, schreibt die russische Zeitung „Wsgljad“. Einer der wichtigsten Strategen der amerikanischen Außenpolitik begann sein Leben in Warschau und starb am Freitag in den USA. Aber war seine Strategie erfolgreich für Washington?

Von der Ära Carter bis zur Ära Obama kann man Dokumente lesen, die sich mit dem verstorbenen Politikwissenschaftler beschäftigen, der sicherlich nicht unumstritten war und seine Ansichten oftmals als machiavellistisch betrachtet wurden. Das Adjektiv spielt auf den 1527 verstorbenen Politikberater Niccolò Machiavelli an, der ebenfalls bis heute von Kritikern als skrupellos gesehen wird.  2016 gab Brzeziński in seinem letzten Buch zu, die Zeit der US-Dominanz gehe zu Ende. Dennoch versuchte er zu überzeugen, Amerika könnte die Beziehungen im oben genannten Dreieck in einer für sich korrekten Richtung bestimmen, schreibt Sputnik am Ende. Möge Brzeziński dann auch am Ende auch Recht behalten.

 

 

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Kategorien:Allgemein, International, Internet, Russland, WikiLeaks & Cybersicherheit

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1 reply

  1. solch dunkle Seelen nennt man Wissenschaftler? Im Ernst?

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