Berlin: Heute Prozessauftakt im „Fall Lisa“ – Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Kinderpornographie

 

Der Fall um Lisa aus Berlin schlug im Januar hohe Wellen und es kam zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Russland, nachdem Russland Außenminister Sergej Lawrow den Deutschen Behörden vorwarf, diesen Fall zu Lasten der damals 13jährigen Deutsch-Russin zu vertuschen. Nun wird heute vor dem Jugendschöffengericht der Fall verhandelt und die Vorwürfe gegen dem 23jährigen türkischstämmigen Angeklagten haben es in sich: Schwerer sexueller Missbrauch und Kinderpornographie.

Zugegeben, der Fall ist kompliziert und eigentlich ist es auch nicht Aufgabe der Medien über Schuld und Unschuld zu richten. Aber aus einer zunächst erfundenen Geschichte eine damals 13jährigen Russlanddeutschen hat nun doch juristische Konsequenzen für einen 24jährigen Deutschtürken, der sich nun wegen schweren sexuellen Missbrauchs sowie für die Herstellung von kinderpornographischen Schriften verantworten muss. Alles – Gott sei Dank – aufgrund der Anwendbarkeit des Jugendgerichtsgesetzes unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit und somit unter Ausschluss der Medien stattfinden wird. Diese haben den Fall im vergangenen Jahr als ein Paradebeispiel für die allgegenwärtig stattfindende „russische Propaganda“ seinen Platz im Narrativ der westlichen Leitmedien gefunden.

Überraschend war dann Ende Februar die Ankündigung, dass der Fall Lisa vor Gericht verhandelt werden soll. Allerdings handelt es sich hierbei um einen Vorfall aus dem Jahre 2015. Ein Vorfall der nichts mit der vermeintlich erfundenen Geschichte Lisas zu tun hatte, gleichwohl aber zumindest erahnen lässt, dass an der Lüge ein Fünkchen Wahrheit dran ist, wenngleich sich auch der Personen- und Täter-Kreis erweitert. Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen im „Fall Lisa“ wurde Videomaterial beschlagnahmt, nachdem das Mädchen für 30 Stunden verschwunden ist und eine Vergewaltigung erfunden haben soll.

Anhand des Videomaterials soll festgestellt worden sein, dass der deutsche Staatsbürger türkischer Abstammung Ismet S. und sein jüngerer Freund noch im Jahr 2015 Oralverkehr mit Lisa gehabt haben und das Ganze auf ein Handy aufnehmen ließen. Der ältere Angeklagte soll nicht glaubhaft machen können, nicht zu wissen, dass Lisa noch minderjährig ist, schreibt Sputnik gestern. Der ältere der beiden Angeklagten konnte nicht glaubhaft bestreiten, dass er zum Zeitpunkt nicht wusste, dass Lisa noch minderjährig ist. Nun wird der Fall vor Gericht ab 20. Juni verhandelt und ein neues Kapitel in der „Causa Lisa“ wird geschrieben werden.

 

Es ist nicht das erste juristische Nachspiel im „Fall Lisa“, der unter anderem als Beispiel für „Putins hybriden Propaganda-Krieg“ oftmals aufgegriffen wurde, denn bereits im Januar 2015 wurde gegen einen russischen Reporter eine Anzeige wegen Volksverhetzung erstattet, nachdem im Zuge der ersten Berichterstattung mehrere hundert Bürger auf der Straße ihre Empörung über den Fall kundtaten und zugleich die Flüchtlingspolitik kritisierten. Nachdem sich der russische Außenminister einschaltete und es zu diplomatischen Verstimmungen kam, wurde es nach und nach ruhig um den Fall bis letzten Februar überraschend Anklage im Fall Lisa gegen die türkisch-stämmigen Verdächtigen erhoben wurde. Medial wird weiter der Fall versucht runter zu spielen und man spricht zum Teil zynisch von einer angeblichen Liebesaffaire und eher steht das Opfer im negativen Fokus der Berichterstattung als der vermeintliche Täter.

Der Fall Lisa ist ein aus einem Vermisstenfall vom Januar 2016 in deutsch-russischen Kreisen entstandenes Politikum im Kontext zur Flüchtlingskrise in Deutschland ab 2015, das zu intensiver Berichterstattung, vor allem in den russischen Medien, und zu diplomatischen Spannungen zwischen Deutschland und Russland führte, beschreibt Wikipedia den inzwischen editierten Artikel über den Vorfall

 

 

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Kategorien:Allgemein, Osteuropa, Russland

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