Spätestens nach der Pleite von Hillary Clinton haben Geschichten über Russische Hacker und Manipulationen Hochkonjunktur in den westlichen Leitmedien. Doch seit diesem März enthüllt WikiLeaks fast jede Woche neue Details aus dem Hacking-Programm des US-Auslandsgeheimdienstes CIA. Contra Magazin über WikiLeaks und ihre CIA-Enthüllungen.

Während die Anschuldigungen der Westmedien auf Gerüchte und Vermutungen basieren, bringt WikiLeaks – wie bereits bei den NSA-Enthüllungen – Details ans Tageslicht. Diese Woche wurde erst „Brutal Kangaroo“ (zu dt. „Brutales Känguruh) veröffentlicht, wo Einblicke gezeigt werden, wie die Staatshacker Sicherheitslücken benutzen können, um in Computernetzwerke einzudringen und dort Daten via USB abzugreifen. Insgesamt sind es bereits über 8700 Dokumente, die WikiLeaks seit dem 7. März enthüllte und es werden anscheinend jede Woche mehr. Ob Projektmappen, Bedienungsanleitungen, Quellcodes oder Infografiken – immer wieder wird geheimes Material des US-Auslandsnachrichtendienstes vorgestellt, also nichts mit den Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden zu tun haben, die ebenfalls tiefe Einblicke in die Methodik des Inlandsgeheimdienstes bereits im Jahre 2013 lieferten und zusammen mit dem Journalisten Glenn Greenwald mit WikiLeaks aufgearbeitet wurden.

Was in den Presseerklärungen von WikiLeaks häufig bemerkt ist, ist die Tatsache, dass die meisten virtuellen Werkzeuge der US-Hacker auf Betriebsysteme wie Microsoft Windows, MacOS oder Android ausgerichtet sind, also die Software-Marktführer und somit auf die breite Masse ausgerichtet sind. Anscheinend ist wie die CIA-Hacker nahezu jedes Datenleck interessant, so wurde beispielsweise Ende März ein Tool auf der Transparenz-Plattform vorgestellt, das darauf ausgerichtet, das sich die US-Spione über das moderne auf Internet basierende Smart-TV einen Einblick in das heimische Wohnzimmer der Zielperson schaffen kann. Davor warnte der israelische Sicherheitsexperte Amihai Neidermann, denn gewöhnlich hat das Smart-TV eine Kamera, wie man sie bei Laptops kennt, womit es mit den richtigen Programmen ein Kinderspiel ist sich unberechtigten Einblick zu verschaffen. Über 30 Millionen Smart-TV-Nutzer könnten von der US-Cyberspionage intim betroffen sein.

Insgesamt stellte WikiLeaks bereits ein Dutzend solcher Werkzeuge vor: Spionagetools, Trojaner, Malware oder die eigene Tarnung. Oftmals sind den Enthüllungen mehrseitiges Schulungsmaterial mit beigefügt, das als „top secret“(„streng geheim“) vom US-Dienst eingestuft wurde. Dies war auch bereits bei den NSA-Enthüllungen der Fall oder bei den Spy-Files, die zusammen mit Vault7 ein riesiges Konglomerat an Datenmaterial bereits stellen, die gerade solche Einblicke in das liefern, was man den „russischen Hackern“ auf Gerüchten und Vermutungen vorwirft. Wenn wundert es da noch, dass viele Mediendarsteller WikiLeaks selbst in die Ecke der „russischen Hacker“ wirft, die anscheinend allgegenwärtig sind. WikiLeaks selbst bestreitet die Vorwürfe und für die US-Generalstaatsanwaltschaft hat die Verhaftung von Julian Assange inzwischen höchste Priorität, nachdem selbst US-Präsident Donald Trump sich für Assanges Verhaftung aussprach, den er im Wahlkampf noch für seine Clinton-Enthüllungen lobte.

Über Vault7 wird wohl noch in den nächsten Wochen viel enthüllt werden, denn WikiLeaks erklärte bereits, dass man sich von den jüngsten Ankündigungen der US-Administration sich nicht einschüchtern lassen werde, die quasi WikiLeaks als Staatsfeind für vogelfrei erklärten und sie damit auf eine Stufe mit den islamistischen Terroristen stellen. Ob die westlichen Mainstream-Medien bald auch beginnen werden Beweise für die angeblichen russischen Hackerangriffe zu liefern, lässt sich zum derzeitigen Moment stark bezweifeln. Vielmehr verlassen sich die Journalisten auf Aussagen von Politikern wie Hillary Clinton oder verlässt sich auf Expertisen, die auf mehr auf Vermutungen als auf Details basieren.

 

Zuerst auf Contra Magazin erschienen

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