„Nur Idioten wie Kerry denken, dass wir gemeinsame Interessen in Syrien hätten“ – Mails von US-Diplomaten geleaked

Heute wurde auf verschiedenen Seiten die E-Mail-Korrespondenz zwischen einem geopolitischen Analysten im Auswärtigen Dienst der USA ( State Department ) und seinen wissenschaftlichen Kollegen veröffentlicht. Die Inhalte liefern Einblicke in die US-Sichtweise über die Konflikte mit Russland, im speziellen Syrien und die Ukraine. Die Datensätze wurden in drei Tranchen veröffentlicht, die man als komprimierte ZIP-Datei abrufen kann, soweit sie nicht vorher gelöscht werden.

Die Inhalte wurden anonym geleaked und wurden auf einem Blog mit dem Titel „Government Leaks„, sowie auf einem Blog des französischen Investigativportals Mediapart veröffentlicht. Die E-Mails sind dem US-Analysten für Russland und Osteuropa Robert Otto zugeordnet, der als „Spezialist für die ehemaligen sowjetischen Länder“ vorgestellt wird. Da es sich um einen größeren Datensatz handelt, wurden der Beschreibung einige Screenshots beigefügt, die auch die Echtheit der Dokumente beweisen sollen. Wie bereits in der Einleitung angesprochen, geht es um die E-Mail-Korrespondenz zwischen Wissenschaftlern, Journalisten und Publizisten und Otto, wo die geopolitischen Konflikte zwischen Russland und den USA im Hinblick auf Syrien und der Ukraine im Fokus stehen. Es zeigt vor allem, wie tief gespalten die US-Außenpolitik im Zuge der NATO-Erweiterung und der Russland-Frage sind. Hier ist ein Auszug aus einer E-Mail aus dem Jahre 2015 zwischen dem US-Portal „The Nation“ und Otto vom 29. Oktober 2015, wo auf vier „Eminenzen“ in Sachen Russland-Expertise hingewiesen wird, die am 4. November 2015 eine Diskussion über die Russland-Frage mitgestaltet haben. Zu diesem Zeitpunkt war Russland gerade einen Monat im Einsatz in Syrien – veranstaltet vom Repräsentanten der Demokratischen Partei in den USA, John Conyers,  der sich unter anderem für ein Verbot des neofaschistischen Azow-Bataillons in Syrien einsetzte.

Die Email-Leaks erinnern an die Leaks des ehemaligen CIA-Direktors John O´Brennan, dessen Mails durch einen jugendlichen Hacker an WikiLeaks und andere Portale weitergereicht wurden. Nach Angaben des Blogs sind die E-Mails „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ echt und man weist auf Domain und IP-Adressen hin. Eine Fälschung sei deswegen ausgeschlossen, da es unrealistisch sei, dass jemand diesen Datensatz fälscht und sich diese Konstellationen ausdenke. Hierfür spricht, dass die Inhalte vieles widerspiegeln, was sich in der US-Außenpolitik ohnehin offenkundig abzeichnet.

Eine zentrale Rolle in den Emails spielt der US-Unternehmer Bill Browder, der als Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin bekannt wurde – was auf Wikipedia auch so in der Einleitung beschrieben wird. Hierzu wird dieser Inhalt als Screenshot vorgestellt. Auch Otto scheint laut dieser Email aus dem Jahre 2016 dieser Ansicht zu sein.

„Du scheinst recht zu haben, was die PR-Maschinerie von Browder angeht…“, heisst es in der einen Email und in einer weiteren Email „Ich sah, nur Idioten wie Kerry (damals US-Außenminister) scheinen der Ansicht zu sein, wir hätten gemeinsame Interessen in Syrien“, was sich dadurch bestätigen lässt, dass Kerry immer wieder den Dialog mit Putin und seinem Amtskollegen Sergej Lawrow im Hinblick auf den Krieg in Syrien suchte.

 

Der letzte Auszug verweist auf ein Treffen des internationalen „Mc Cain Instituts“ vom 21. Oktober 2015, dass eine Arbeitsgruppe über Russland und seine Internetpolitik aufgreift. Nach dessen vernehmen, habe es Russland bis vor Kurzem versäumt, das Internet als Medium wahrzunehmen. Im Fokus steht die „russische Propaganda“ die seit 2011 immer wieder gewachsen sei und das über soziale Netzwerke wie Facebook und VK betreibe. Der Gründer dieses Instituts ist der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat John McCain, der für seine pro-ukrainische und anti-russische Politik bekannt ist.

 

 

Insgesamt liefern diese Leaks weitere Bestätigungen, die bereits aus anderen E-Mail-Enthüllungen bekannt ist, beispielsweise den Clinton-Leaks oder Cablegate auf WikiLeaks, wo man 1306 Ergebnisse erzielt, wenn man den Suchbegriff „Robert Otto“ eingibt, wie man auf diesem Screenshot sehen kann.

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Kategorien:Allgemein, International, NewsFront, USA & Lateinamerika, WikiLeaks & Cybersicherheit

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