Der versuchte Demokratie-Export und der Putsch des ehemaligen libyschen Präsidenten Muamar al-Gaddafi hat das Land nicht nur politisch ins Chaos gestürzt, sondern auch eine humanitäre Katastrophe im Land ausgelöst, wie das Contra Magazin unter Bezugnahme von Daten aus dem UN-Welternährungsprogramm (WFP) sowie weiteren UN-Organisationen  schreibt.

Graffiti der neuen libyischen Flagge. Bild: Flickr / Ben Sutherland CC BY 2.0

„Bis zum Jahr 2011, als – unter Anweisung der damaligen US-Außenministerin, Hillary Clinton – die NATO diverse „Rebellen“ dabei unterstützten, Staatschef Muammar al-Gaddafi zu stürzen, zu foltern und zu ermorden, war das nordafrikanische Land fast schon ein Vorzeigestaat. Im Jahr 2010 war Libyen noch auf Rang 53 des Human Development Index (HDI) des UN Development Programme (UNDP), also beinahe schon ein entwickeltes Land. Im Jahr 2016 reichte es dann gerade noch für Rang 102“ , schreibt Chefredakteur Marco Maier auf Contra Magazin. Unter Gaddafi habe es so gut wie keinen Hunger im einstigen Vorzeigeland in Afrika gegeben. Heute wissen 20 Prozent der etwa 6,4 Millionen Menschen in Libyen nicht, wie sie ohne humanitäre Hilfe über die Runden kommen, fügt Maier unter Berufung auf das WFP hinzu.

So schreibt selbst das WFP auf der Libyen-Seite, dass das Land einen Handelsüberschuss erzielte und „obwohl der Ölreichtum nicht auf die Löhne durchsickerte“, die Lebensmittelkosten extremst niedrig waren und „durch einen Wohlfahrtsstaat ergänzt wurden, der freie Bildung und Gesundheitsfürsorge anbot“. Doch nun habe das Land ein Handeslbilanzdefizit würde von „einem Bürgerkrieg verfeindeter Stammesgruppen, Islamisten, diversen anderen Milizen und Regierungstruppen“ erschüttert. Das WFP weiter: „Die Bevölkerung Libyens leidet unter einer großen humanitären Krise. Diese beinhaltet Armut, Unsicherheit, Geschlechts-basierter Gewalt, Massenvertreibungen, Mangel an Nahrung und Bargeld in den Banken, sowie häufige Stromausfälle“, so das Contra Magazin weiter.

Im Jahre 2011 griffen Teile der NATO, allen voran Frankreich, Libyen an und stürzten den bisherigen Machthaber Gaddafi, der das Land zuvor 42 Jahre regierte. Gaddafi selbst kam durch einen Militärputsch an die Macht, der allerdings weitestgehend unblutig ausgegangen ist. Nachdem Gaddafi gestützt wurde, regieren Klans und islamistische Gruppen das inzwischen gespaltene Land, das zuvor für freie medizinische Versorgung, Ausbildung sorgte und nicht für Hunger und Armut.

 

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