Nach seiner Nahost-Reise im vergangenen Mai kam plötzlich die Katar-Krise zum Vorschein, die sich dem Nahost-Besuch des US-Präsidenten Donald Trump anschloss. Viele glauben hier nicht an Zufall, denn Trump gilt als enger Freund von Saudi-Arabien und Israel. Spielt Trump nun erst Brandstifter und nun den Feuerwehrmann.

 

Erinnern wir uns zurück: Am 5. Juni hatten Ägypten, Saudi-Arabien, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Libyen sowie Jemen, die Malediven und Mauritius die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Flug- und Schiffsverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie warfen dem Emirat „Unterstützung des Terrorismus“ und „Destabilisierung der Lage im Nahen Osten“ vor.  Der Sender Al-Jazeera musste in Riad und Israel seine Büros schließen. Gut zwei Wochen zuvor, am 22. Mai startete die Nahostreise des US-Präsidenten, der nicht nur als Freund Saudi-Arabien und Israels gilt, sondern auch als Feind des Iran. Und aus der Sicht der Golfstaaten und Israel gilt die von Iran gestützte Hisbollah-Miliz als Terrororganisation. Nun ist Katar sicherlich auch nicht unschuldig, was die Finanzierung von anderen islamistischen Gruppierungen betrifft, aber das gleiche muss sich Saudi-Arabien ebenfalls gegen sich gelten lassen.

Doch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten änderte die Konstellation. Der neue Präsident unterstützt eine Politik der Konfrontation gegen den Wandel in der arabischen Region. Er steht auch dem Iran extrem feindlich gegenüber und ist ein enger Freund Israels. Einige seiner wichtigsten Berater wollen die Muslimbruderschaft als terroristische Gruppe einstufen, in Übereinstimmung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, eine entsprechende Korrespondenz ihres Botschafters sickerte kürzlich in Washington durch, resümiert das Portal Sozialismus.ch.

 

Die Lage im Nahen Osten bleibt nach wie vor angespannt, aber nun will sich der US-Präsident als Vermittler im Konflikt anbieten. Vom Brandstifter also zum Feuerwehrmann, also die typische US-Außenpolitik in ihrer langjährigen Tradition.

US-Präsident Donald Trump hat seine Bereitschaft zur Vermittlung im diplomatischen Konflikt zwischen dem Golfstaat Katar und einer von Saudi-Arabien geführten Koalition angeboten. Aufgrund seiner guten Beziehungen zu Saudi-Arabien könnte „sehr schnell ein Deal ausgehandelt werden“, sagte Trump am Donnerstag in Washington. Die Gespräche könnten sogar „genau hier im Weißen Haus“ geführt werden, sagte Trump nach einem Treffen mit dem kuwaitischen Scheich Sabah, schreibt Focus Online heute morgen.

Ob es zu solch einem Kompromiss kommen wird, das bleibt abzuwarten. Jedenfalls ist die Katar-Krise nicht das erste Beispiel dafür, dass Trump sehr schnell seine Meinung ändern kann. Was generell die US-Außenpolitik betrifft, so ändert sich im Vergleich zu seinem Vorgänger Barack Obama nicht sonderlich viel. Vielleicht ist die Außenpolitik Trumps in naher Zukunft noch gefährlicher als unter der Obama-Administration, wo eher ein Wille zur Konfliktbewältigung erkennbar war, wenngleich diese sich auch alles andere als mit Ruhm bekleckerte.

 

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