Stopp Ramstein 2017: Über 5000 Menschen protestierten gegen die Drohnenmorde des US-Militärs

 

Am Wochenende protestierten etwa 5000 Menschen in Ramstein bei Kaiserslautern gegen die US-Airbase. Vorausgegangen war die Aktionswoche unter dem Motto“Stopp Ramstein 2017″, wo auch zahlreiche Prominente, Politiker und Journalisten teilgenommen haben. Höhepunkt dieser Aktion war eine Menschenkette für den Frieden, die sich mehrere Kilometer lang zog, um gegen die illegalen Kriege des US-Militärs in Deutschland zu protestieren. Trotz geringem Medienecho in den Leitmedien fanden doch einige Politiker, Schauspieler, bekannte Friedensaktivisten und alternative Journalisten ihren Weg nach Ramstein.

 

Die Air-Base in Ramstein ist der größte Militärstützpunk der US-Air Force außerhalb Amerikas. Etwa 35.000 Militärangehörige und 6.000 Zivilisten arbeiten dort für das US Militär. Von dort aus ging unter anderem der illegale Krieg gegen Jugoslawien 1999 los. Heute werden vermutlich dort die meisten Drohnen-Angriffe auf mutmaßliche Terroristen im Irak, Afghanistan, Somalia, dem Jemen und Pakistan gesteuert. Über diese Kriegsverbrechen wurde bereits vor Jahren immer wieder berichtet. Beispielsweise der investigative US-Journalist Jeremy Scahill berichtete unter anderem für The Intercept und andere Portale über diese Praktiken. Die investigative Journalistin Alice Corona recherchierte aus vorhandenen öffentlichen Daten, dass alleine seit 2004 über 2500-4000 Drohnenmorde auf das Konto der US-Regierung gehen. Keinen fairen Prozess ging dabei voraus, wie Corona resümierte.

Die Reportage aus dem Jahre 2016 kann oben in englischer Sprache geprüft werden. Die Dunkelziffer dürfte laut der Datenexpertin weitaus höher liegen, denn ihre Zahlen basieren alleine auf das, was bislang die US-Regierung zugegeben musste. Sucht man auf der Enthüllungsplattform WikiLeaks nach Ramstein, so spuckt die Suchmaschine dort 7040 Ergebnisse aus. Diese meisten davon sind Botschafter-Kabel unter der Ära von Henry Kissinger (2524 Dokumente) oder basieren auf den Stratfor-Emails. Viele gehen auf die Zeit des Kalten Krieges zurück, nach dessen Ende die USA eigentlich ihre US-Basen in Deutschland hätten räumen müssen, wie es beispielsweise die Sowjetunion in der ehemaligen DDR tat. Doch seit 2004 werden von dort aus vermutlich die meisten Drohnenkriege gesteuert, was an dieser Stelle nochmal zur Erinnerung gerufen werden soll.

 

Quelle: Sergey Filbert

Gegen diese Praktiken wird seit mehreren Jahren protestiert und seit mehreren Jahren häufen sich die Berichte über solche Praktiken der USA,weswegen sich heuer wieder tausende Menschen in Ramstein versammelt haben, um gegen das zu protestieren, was die Deutsche Bundesregierung duldet. Und auch den Deutschen Leitmedien scheint es oftmals egal zu sein, dass von Deutschem Boden Kriege der Amerikaner ausgehen. Ob George Bush, Barack Obama oder nun jetzt auch Donald Trump, die Drohnenkriege gehen weiter.

Auch schien es für westliche Leitmedien auch hier wenig Anlass zu geben, um über diese Protestveranstaltung zu berichten. Lokale Medien wie der Trierer Volksfreund, der öffentlich-rechtliche SWR und Rheinpfalz haben berichtet. Nicht groß und breit, aber dafür auch fairer als beispielsweise über Pegida und andere regierungskritische Veranstaltungen. Aber dennoch bleibt festzuhalten, dass die Präsenz der Leitmedien trotz breiter Ankündigungen und Polizeiaufgebot doch eher gering war.

Hinzu kommt noch RT Deutsch, Sputnik und der alternative Journalist Ken Jebsen, dessen Video hier bereits veröffentlicht wurde. Sputnik-Reporter Marcel Joppa kritisierte die verhaltene Medienresonanz der hiesigen Leitmedien in einem Kommentar und begründete damit, dass beispielsweise ein örtlicher Karnevalsumzug ein größeres Medienecho erhält als eine Veranstaltung mit 3000 bis 5000 Demonstranten. Auch Ken Jebsen fand deutliche Worte für die GEZ-finanzierten Medien.

„Intoleranz ist der größte Feind des Friedens. Doch Intoleranz wird hergestellt über Massenmedien, finanziert durch die GEZ und niemand von ihnen ist jetzt hier, oder?“, so Jebsen.

Quelle: Sergey Filbert /VK

 

Aus der Politik waren unter anderem die Linken-Politiker Oskar Lafontaine, Diether Dehm. Aus dem Showgeschäft war unter anderem Didi Hallervorden mit von der Partie. Die Aktivisten der Freundschaftsfahrt „Druschba“ nach Russland Owe Schattauer und Sergey Filbert, der freundlicherweise die Videos und Fotos zur Verfügung stellte, und viele weitere bekannte Gesichter aus der Friedensbewegung fanden ihren Weg nach Ramstein-Miesenbach, das sich wenige Kilometer von Kaiserslautern entfernt befindet. Am Freitag hielt unter anderem der Friedenforscher Dr. Daniele Ganser ebenfalls einen Vortrag.

 

 

Überwiegend sind die Demonstranten mehr dem linken Spektrum zuzuordnen sowie der traditionellen Friedenbewegung, wie man aus den Regenbogen-Flaggen wohl interpretieren kann. Die typische Verortung der Medien ins rechte oder verschwörerische Eck blieb daher berechtigterweise aus. Aber der Protest der 5000 Demonstranten beruht wie oben bereits angedeutet auf Fakten und Tatsachen, an denen es wenig zu rütteln gibt. Über weitere Details der Aktionswoche „Stopp Ramstein 2017“ und dessen Intitatoren sind weitere Details und Namen auf dem Internetauftritt nachlesbar.

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Kategorien:International, Militär, VIDEO

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