KGB still watching you: WikiLeaks veröffentlicht russische Spyfiles

Selbst Edward Snowden meldete sich dazu zu Wort: WikiLeaks veröffentlichte Dokumente zur Telekom-Überwachung in Russland und beweist damit, dass es kein „Instrument des Kremls“ ist.

 

zuerst auf: Contra Magazin

Bis jetzt fiel WikiLeaks im Jahre 2017 vor allem durch das CIA-Hacking-Programm Vault7 auf. Nun veröffentlichte WikiLeaks überraschend Dokumente, die sich auf die Überwachung der Telekommunikation in Russland bestehen. Behörden und Dienste setzen dabei auf ein Unternehmen in St. Petersburg, das mit dem Staat zusammenarbeitet.
Lange Zeit erstand der Eindruck, dass WikiLeaks nur Material über die uferlose Überwachung in den USA berichten würde. Durch die Enthüllungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden wurde die massenhafte Überwachung der US-Sicherheitsbehörde 2013 ins öffentliche Bewusstsein gerufen.

 

 

Dieses Jahr wurde über das Hacking-Programm des US-Auslandsnachrichtendienstes CIA – Deckname Vault7 – seit März nahezu im Wochentakt berichtet. Gestern wurde der Start der „Russischen Spyfiles“ verkündet und man veröffentlichte Daten über das russische Unternehmen „Peter Service“, das mit russischen Behörden und Nachrichtendiensten, insbesondere dem staatlichen Überwachungsprogramm SORM, kooperiert.

So etwas wäre beim KGB undenkbar gewesen. Im Westen würde man so etwas Private-Public-Partnership nennen, also die Zusammenarbeit des Staates mit privaten Anbietern, beispielsweise der Verfassungsschutz mit der Deutschen Telekom. Es geht auch um Massenüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und den Umgang damit. Auf englisch: es geht um Big Data.

Dies sollen insgesamt 209 geleakte Dokumente nunmehr belegen. PETER-SERVICE ist ein Unternehmen, das seit 1992 Abrechnungslösungen für Telekommunikationsunternehmen anbietet, was es zu einem idealen Partner für Internet-Überwachung macht. Diese führt unter anderem der SORM, ein Überwachungsprogramm des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB durch, das unter anderem Telefon- und Internetdaten abfängt und speichert.

Insgesamt sind 209 Dateien in russischer Sprache veröffentlicht worden. WikiLeaks kooperierte hier mit dem französischen Portal Mediapart, wie in der Presseerklärung zu entnehmen ist. Diese Veröffentlichungen geben zudem Einblicke in die digitale Architektur Russlands. Auch Edward Snowden twitterte in Russland über die Publikation aus Russland. WikiLeaks wurde lange dafür kritisiert, dass nur Überwachung der westlichen Geheimdienste thematisiert werde.

 

Dieser Vorwurf wurde von sich gewiesen, da WikiLeaks sehr wohl über solche Vorgänge Dokumente und E-Mails leakte, zum Beispiel 2015 über Hacking-Team, einem italienischen Unternehmen, das Überwachungs- und Spionagesoftware international anbietet. Im Westen ist diese Kooperationspraxis länger Usus. Snowden selbst wechselte zwischen Geheimdienst und Privatwirtschaft ebenfalls, und auch die auf Amerika bezogenen SpyFiles liefern Einblicke, wie sich US-Dienste in die Privatwirtschaft flüchten – ein blühendes Geschäft. Auch die westlichen Leitmedien haben nun erkennen können, dass WikiLeaks nicht nur geheimes Material aus Übersee präsentieren kann und nicht ein „Instrument des Kremls“ ist, wie es mal der Bundesnachrichtendienst meinte, wie beispielsweise der Focus aus München berichtete.

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Kategorien:Gastbeiträge, International, Russland

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