Das Katatalonien-Referendum und die unverzichtbare „Einmischung Russlands“

Morgen will Katalonien über sein weiteres Schicksal abstimmen. Schaut man nach Barcelona, dann sieht man ein Flaggenmeer von katalanischen Flaggen, die von Befürwortern des Referendums nach hoch gehalten werden, um sich für die Unabhängigkeit auszusprechen. Über solche Demonstrationen berichten auch russische Sender wie Sputnik und RT, die täglich mit Fotos und Videos über die Menschenmengen in den Städten Kataloniens berichten. Die spanische Zeitung „El País“ witterte in zwei Artikeln nun eine „russische Einmischung“, weil man nicht objektiv über die Vorkommnisse in der Region berichte.  Aber tun sie das wirklich? Wenn ja, was ist mit anderen Medien?

 

Neben den russischen Medien wittert man auch bei WikiLeaks und Julian Assange Verdacht, dass man einseitig über das Referendum in Barcelona berichtet, welches Madrid unter anderem mit allen Mitteln verhindern will. Darüber liest man – zugegeben – häufig in Medien wie RT oder Sputnik. Beispielsweise wurde gestern darüber berichtet, dass die spanische Polizei 2,5 Millionen Stimmzettel beschlagnahmt hatte, um somit das Referendum zu unterbinden. Auch schreibt Sputnik über Bauern mit einer Traktoren-Kolonne den Demonstrationen für ein unabhängiges Katalonien an.Und  WikiLeaks nebst Begründer Assange twittern häufig über das Referendum und greifen Artikel auf, die beispielsweise darauf hinweisen, wie sich Madrid gegen das Referendum rüstet. So beispielsweise am 25. September, wo man auf den Fotos sehen soll, wie die von Madrid aus gesteuerte Partei sich via Schiff auf den Weg nach Barcelona macht, um das Referendum zu stoppen.

 

Neben WikiLeaks sollen auch sogenannte Bots versuchen Einfluss auf das Referendum zu nehmen. Also insgesamt bedient man sich dem üblichen Narrativ der westlichen Leitmedien, die ständig irgendwo eine russische Spur erkennen wollen. Beweise dafür werden nicht gebracht, sondern man stützt sich auf Vermutungen und verweist auf die „einseitige Berichterstattung Russlands“ in dieser Sache. Grund sei, dass „Russland den Westen und die Europäische Union“ destabilisieren wolle.  Der spanische Botschafter in Russland Ignacio Ybanez hat am Donnerstag gesagt, dass es keine Bestätigung für eine so genannte „russische Spur“ bei der angeblichen Unterstützung der Seiten, die dem Katalonien-Referendum gewidmet seien, gebe. Der russische Botschafter in Spanien, Juri Kortschagin, erklärte am Mittwoch, einige spanische Medien versuchten, die Schuld für den Prozess in Katalonien dem Kreml in die Schuhe zu schieben, schreibt Sputnik. Und WikiLeaks prangert die Zensur in Madrid im Hinblick auf die kommenden Tage an.

 

Tatsächlich ist das anstehende Referendum ein aktuelles Thema in den Medien und auch westliche Leitmedien berichtet hier auch nicht unbedingt gegen das Referendum, aber auch nicht dezidiert gegen Madrid. Aber das machen die beschuldigten Medienportale das? Und ist die Europäische Union sich schon im Umgang mit dem Referendum einig? Sicher nicht, denn hierfür müsste es einen gemeinsamen Standpunkt aller Mitgliedstaaten im Hinblick auf diese Frage geben. Man wird gespannt auf den morgigen Sonntag schauen und danach weiter entscheiden. Möglich ist hier vieles und Fakt ist, dass Madrid den stärksten Einfluss auf die Abstimmung nehmen will und nicht Moskau.

 

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Kategorien:International, Internet, Russland

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