Der saudische König Salman Abdel-Aziz Al Saud ist zu Besuch in Moskau. Im Gepäck hatte er 459 Tonnen, die er mit nach Russland einflog. Gestern, am zweiten Tag seines Besuches wurden eine Reihe von Absichtserklärungen für die künftige wirtschaftliche, militärische und atomare Zusammenarbeit zwischen Moskau und Riad. Ein historischer Besuch.

Unter anderem wurde eine Absichtserklärung für den Kauf des russischen Flugabwehrsystems S-400 unterzeichnet, wie Russlands-Vizepremier Dmitri Rogosin vor der arabischen Presse mitteilte. Allerdings ist der Waffendeal noch nicht fix und es werden noch weitere Gespräche im Hinblick auf der militärisch-wirtschaftlichen Ebene folgen. Zudem wurden über Kooperationen im Bereich Wirtschaft und Technik gesprochen. So will man unter anderem auch in der Eisenbahnbranche künftig zusammenarbeiten. Aber auch das Thema Energie, insbesondere der Ölsektor wurde besprochen. Laut dem russischen Energieminister Alexander Nowak wolle man enger im Ölhandel sowie in der Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zusammenarbeiten. Für beide Länder war der Fall des Ölpreises ein Schock gewesen.

Weiters sprach man über die Zusammenarbeit im Bereich Atomenergie sowie die „friedliche Nutzung des Weltraumes“, wie der russische Staatssender RT schreibt. Zudem wurde über Innovationen im Produktionssektor gesprochen. Auch ein gemeinsamer Fonds in Höhe von 1 Milliarde Dollar wurde zwischen russischen und saudischen Investmentgesellschaften entwickelt, der die gemeinsame Entwicklung moderner Technologie finanzieren soll. Noch nie zuvor war ein saudischer König auf Staatsbesuch in Moskau, so dass dieser Besuch der erste in der Geschichte beider Staaten ist. Ein historisches Ereignis sozusagen.

Es zeigt vor allem, dass Russland seine Einflussbereich in Richtung Nahen Osten ausgeweitet hat. Ursache ist hier sicher auch der militärische Einsatz in Syrien, den Russland seit über zwei Jahren auf Bitten der syrischen führt, sowie dessen erfolgreicher Verlauf. Russland dominiert die Astana-Verhandlungen , wo über das Schicksal Syriens mit der Türkei und dem Iran in der kasachischen Hauptstadt beraten wird. Die USA, wichtigster Bündnispartner und Waffenlieferant des Königreiches, spielen hier nur eine Zuschauerrolle. Gleichwohl schloss der US-Präsident Donald Trump einen lukrativen Waffendeal während seiner Nahost-Reise im Sommer mit den Saudis ab. Im Juni brach daraufhin die sogenannte Katar-Krise aus, wo die Astana-Teilnehmer Russland, die Türkei und der Iran, eine eher vermittelnde Rolle eingenommen haben.

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