George Soros und Österreich ist inzwischen ein Thema für sich. Insbesondere wenn der frisch gewählte Bundeskanzler Sebastian Kurz dabei noch ins Spiel kommt. Bereits im Wahlkampf wurde im Rahmen einer Schmutzkampagne behauptet, dass Kurz auf der Gehaltsliste des amerikanischen Investors und Philantropen steckt, der sich durch die sogenannten „Farbrevolutionen“ einen Namen gemacht hat. Wie sich später herausstellte war dies alles Lug und Trug seitens der politischen Konkurrenz. Nun wird in sozialen und in überwiegend alternativen Medien behauptet, Kurz wolle die «Open Society“ aus Österreich verbannen. Wieder «Fake News» oder was?

Nachdem die der Soros-Fonds, der diverse Revolutionen in Osteuropa mitfinanziert und unterstützte aus Russland und der Türkei verbannt wurde, soll nun auch Österreich verbannt werden. So zumindest diverse Portale im Internet, die deswegen auch den jungen Bundeskanzler feiern. Allerdings findet sich diese Nachricht bislang nur in der alternativen Medienlandschaft und in verschiedenen Blogs in verschiedenen Sprachen. Vor einer Woche sorgte Soros erst für Schlagzeilen, nachdem er 18 Milliarden Dollar an seine Stiftung Open Society übertragen hat. Will er nun mehr in Österreich und Osteuropa stecken, um den linksliberalen Kurs dort wieder auf Vordermann zu bringen? Fest steht, dass man sich in Österreich und bekanntlich auch im Nachbarstaat momentan für einen anderen Kurs entschieden hat. Widersprüchlich ist auch die diametrale Kehrwende in verschiedenen Medien im Hinblick auf die Person Kurz, denn in jenen alternativen Medien wurde er monatelang als „Soros-Jünger“ beschrieben, was sich – wie bereits gesagt – als eine Falschmeldung basierend auf einer Schmutzkampagne herausstellte.

Auch ist es nicht richtig, Kurz als neuen Kanzler vorzustellen, denn noch ist eine Koalition zwischen der ÖVP und FPÖ nicht fix, so dass es noch keine Regierung unter einem möglichen Bundeskanzler Kurz gibt. Noch ist alles offen. Und bislang gibt es noch eine öffentliche Aussage von Kurz, der für gewöhnlich nicht die Kamera scheut. Zudem wird Kurz in einem englischsprachigen Medium sehr ungewöhnlich zitiert. Und zwar sehr aggressiv und und feindselig, was nicht unbedingt dem Stil des 31jährigen Politikers entspricht. Und man nehme nur für einen Moment an, dass Kurz sich offensiv gegenüber Soros und seiner Stiftung geäußert hätte. Wie schnell würden die linksliberalen Medien im deutschsprachigen Raum dies nutzen, um gegen den – vermutlich künftigen – Kanzler zu berichten – ähnlich wie man es bei Ungarn Regierungschef Victor Orbán seit Jahren macht. Und auch Kurz stand bereits als Außenminister aufgrund seiner Flüchtlingspolitik oftmals im Visier der linken Medien.

Bislang bleibt es also nur Gerüchte aus der alternativen Szene. Und vor allem: Auch wenn die politischen Aktivitäten von Soros in Osteuropa erheblich erschwert wurden, funktioniert so etwas auch im neutralen Österreich? Und in welchem Stile würde das von Statten gehen? Fragen, die hier unbeantwortet bleiben. Aufgrund seiner politischen Aktivitäten ist Soros kein unbeschriebenes Blatt und sein Wunsch nach einer „offeneren Gesellschaft“ hat sich in Osteuropa nicht immer verwirklicht. Im Gegenteil: Viele Länder in Osteuropa stehen nun dem Westen kritischer gegenüber, nachdem Soros dort investierte. Neutral gesagt: An der Person Soros gibt es berechtigte Bedenken, die zum Ausdruck gebracht werden dürfen.

George Soros – mit seiner Open Society machte er sich nicht überall Freunde.

 

Zurück zu den Gerüchten: Es nicht unwahrscheinlich, dass ein Mitte-Rechts-Bündnis künftig von der linksliberalen Medienlandschaft kritisiert und gar angegriffen wird. Angriffe musste Kurz, der vom österreichischen Bundespräsidenten nun offiziell mit der Regierungsbildung beauftragt wurde, oft über sich ergehen lassen. Und das man dort Soros etwas unkritischer behandelt als anderswo, das ist auch bekannt. Jedenfalls bleibt es abzuwarten, wie und wo Soros versucht sein linksliberales Agenda-Setting fortsetzen wird. Und sicher wird auch künftig die Gegenseite weiter negativ über Soros berichten und gleichzeitig wohlwollender gegenüber einen wahrscheinlichen Kanzler Kurz. Wahrscheinlich wird es auch sein, dass man sich auf beiden Seiten die Welt malen wird, wie es einem gefällt.

 

 

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