Der deutsche Hacker Kim Dotcom kündigte diese Woche ein freies und unabhängiges Internet an. Es soll ein Internet „von den Bürgern für die Bürger“ sein. Ein Schritt der längst überfällig ist, da bereits seit mehreren Jahren da sogenannte Internet in den Händen von großen US-Konzernen ist, die inzwischen immer mehr Inhalte sperren, oftmals ohne handfeste Begründung. Die Welt hat sich von sozialen Netzwerken wie Facebook, Google+ oder Twitter abhängig gemacht. Es wird Zeit das zu ändern. Je schneller man damit anfängt den großen Spielern den Rücken zu kehren, desto eher wendet sich das Blatt.

Ohne soziale Netzwerke geht kaum noch was. Vor allem in der Medienwelt sind viele darauf angewiesen ihre Beiträge in den genannten sozialen Netzwerken zu teilen und so breit wie möglich zu verbreiten, um dadurch Besucher (Traffic) auf die Seite zu bekommen. Immer noch gilt Facebook hierfür als Erfolgsgarant, aber wie lange noch? Bis vor einem Jahr schien die virtuelle Welt auf Facebook noch in Ordnung zu sein, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt immer Menschen über willkürliche Sperren beklagt haben, die am Ende in Löschungen mündeten. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Und auch aus Facebook-Sicht legitim, denn schließlich kostet ein Account kein Geld und der Eintritt zum größten sozialen Netzwerk der Welt ist immer noch frei. Deswegen kann Facebook auch entscheiden, wer bleiben darf und wer nicht. Doch in der letzten Zeit wird hier ein riesiger Aufwand betrieben, um jede unliebsame Meinung zu löschen. Unter anderem dann, wenn die Inhalte gegen Gesetze verstoßen oder wenn sie gegen die sich immer wieder ändernden Gemeinsschaftsstandards verstößt, was aber letztlich alles oder auch gar nichts heißen kann. Was Fake News sind, also Falschnachrichten, das bestimmen nicht die Fakten, sondern letztlich die großen Medienkonzerne, Hinzu kommt noch, dass immer mehr Länder, so auch Deutschland, Facebook zu mehr Löschungen gesetzlich zwingen wollen. So wurde in der letzten Legislaturperiode das Netzwerkdurchsetzungsgesetz durchgewunken, damit letzlich der deutsche Staat mehr Einfluss auf die Meinungsbildung im Internet nehmen kann. Heißt letztlich auch: Wer Merkel und ihre Fĺüchtlingspolitik kritisiert, der verbreitet Fake News und seine Inhalte sind nicht tragbar. Also wir reden hier von politischer Willkür. Denn was soll damit verhindert werden?  Angeblich „manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten“ in sozialen, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch heißt, die „Journalisten dazu verleiten sollen, diese falschen Nachrichten aufzugreifen“, soweit ein Blick auf Wikipedia.

Aber wer bestimmt denn überhaupt, was Nachrichten sind? In großen Gazetten übernimmt dies die Chefredaktion beziehungsweise die Leiter einzelner Ressorts. Aber auch hier gibt es Unterschiede und zu bestimmten Themen wird gerade hier bewusst gelogen, gefälscht und manipuliert. „Lügen- oder Lückenpresse“ sind deswegen ebenfalls weit verbreitete Kampfbegriffe, der anderen Seite. Beispiele hierfür gibt es genug, denn über Kriegsschauplätze wie in Syrien, Ukraine und Jemen, wird zwar berichtet, aber jedoch nicht täglich und keineswegs alles. Sucht man an manchen Tagen etwas über die jüngsten Geschehnisse in Syrien, so findet man diese gerade nur in ausländischen Medien wie Russland oder den Iran, die inzwischen auch deutschsprachige Redaktionen aufgebaut haben. Berichtet hierzulande wird meistens nur, dann, wenn es darum geht, den Bombenterror der USA auf syrischen Boden zu rechtfertigen und den Einsatz der russischen Luftwaffe zu diskreditieren. Denn auch, wenn man noch so gegen Donald Trump ist, so ist das willkürliche Bombardieren syrischer Bodentruppen durch die USA mit der Rechtfertigung von Giftgaslügen nicht aus der Mode gekommen. Eine Gegensicht ist dabei nicht erwünscht. Im Gegenteil sie muss unterdrückt werden. Portale wie RT und Sputnik können sich zwar noch ungestraft auf Facebook, Twitter und Co. verbreiten, aber aktiv werben dürfen sie dort auch nicht mehr. Und kleineren Portalen aus aller Welt macht man das Leben auch schwer, denn die vermeintlichen „Internettrolle“ werden von Callcentern heimgesucht, die auf Facebook den Melder spielen und versuchen, die Accounts mit fadenscheinigen Begründungen zu sperren. Die kleine Reichweite solcher Portale soll noch kleiner gemacht werden.

Was früher im kleineren Rahmen geschieht, das geschieht seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump nun im ganz großen Stil. Zumindest auf den US-Portalen wie Facebook, die unter anderem auch deswegen so stark frequentiert werden, um an alternative Medien und Informationen zu kommen. Hier wird es immer enger und neben Portalen, Accounts werden auch große Gruppen unter fadenscheinigen Begründungen gelöscht. Aber hier wurden auch Fehler von Opferseite gemacht, denn man hat es verpasst nach Alternativen im Internet zu suchen. Und die gibt es. Es gibt neben Facebook bekanntlicherweise auch das russische Pendant VK, das von der „Fake News-Kampagne“ des Westen noch verschont geblieben ist. Aber es gibt auch Diaspora und Gab.ai, die als alternative zu Facebook und Twitter fungieren. Eine Seite, die speziell für Nachrichten und Internetseiten ist, das ist beispielsweise Reddit. All diese Netzwerke haben eines gemeinsamen, denn sie spielen zu großen Playern noch eine Randerscheinung. Das liegt daran, weil sie weder von den Publizisten, noch von den Lesern genutzt werden. Ein freies und alternatives Internet mit weniger Überwachung und weniger Zensur, kann auch nur dann funktionieren, wenn sich die Nutzer daran beteiligen. Also anstatt sich ständig über die Überwachung und Zensur auf Facebook zu beschweren, sollte man selbst im Internet nach Alternativen schauen. Nach Alternativen, die noch nicht von großen Medien, der Politik und den Geheimdiensten auf dem Schirm stehen.

Möchte man also, dass es mit dem freien Internet schneller vorangeht, so muss man endlich damit beginnen, sich selbst von den großen Spielern zu befreien. Das muss nicht unbedingt heißen, die großen Spieler radikal zu boykottieren, sondern kann einfach auch heißen, damit zu beginnen selbst nach Alternativen zu schauen und denen die Chance zu geben, sich zu entwickeln. Netzneutralität kann nur gewährleistet sein, wenn man jene Seiten und Dienste stärkt, die auch darum kämpfen wollen. Die Netzneutralität, die immer wieder von linken und grünen Politikern beschworen wird, existiert sowie nicht und ist reine Wunschvorstellung, die nur realisiert wird, wenn sich alle daran beteiligen. Das Internet gehört weder Google, Facebook oder YouTube, es gehört allen Nutzern.

 

 

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