Das Kollektiv „Zukunft Donbass“ sammelt seit zwei Jahren Spenden und brauchbares medizinisches Gerät in den Donbass. Auch diese Woche kam wieder ein Hilfstransport in Lugansk an, wo vor allem Krankenhausgerät geliefert wurde. Darüber berichten lediglich russische Medien ( v.a. Sputnik, RT und News Front), lokale Medien sowie kleinere Portale aus dem deutschsprachigen Raum. Obwohl bereits 17 Hilfstransporte innerhalb von zwei Jahren in den Donbass durchgeführt wurden, verweigern sich auch größere lokale Portale hierüber zu berichten.

Um was es geht:

Einen sehr beachtlichen und ausführlichen Artikel verfasste ARS-INVENIENDI vor knapp zwei Wochen. Der Autor des Beitrages wurde auf Facebook auf „Zukunft Donbass“ aufmerksam.

Alles begann damals relativ spontan und im kleinen Maßstab aufgrund der ausufernden Konfliktsituation 2014 und der damit verbundenen Not für die Bevölkerung im Donbass, als viele deutsche Hilfsorganisationen, die meisten von ihnen wurden durch mitfühlende Privatpersonen in das Leben gerufen, anfingen mehr oder weniger organisiert zu helfen.

Hier ist ein Bild aus Lugansk zu sehen, wo sich Frau Steignik mit dem Projekt „Brot statt Worte“ vom Lugansker Verein „Bumerang der Güte“ traf.

Was nicht darf, kann nicht sein

Die Chemnitzer Freie Presse, die sich über die Hetzjagd-Berichterstattung im vergangenen August hervorhob, wollte zunächst auch berichten, machte dann allerdings einen Rückzieher, weil auch RT Deutsch über „Zukunft Donbass“ schrieb.

Dieses Foto wurde kurz vor der Abfahrt in den Donbass gemacht.  Unsere Partner von News Front haben darüber berichtet. Über die Ankunft wird in Kürze ebenfalls ein Bericht dort folgen.

Die Gründerin der Aktionsbündnis „Zukunft Donbass“, Raissa Steinigk, rief uns mehrere Wochen im Voraus an, um auf den anstehenden Transport aufmerksam zu machen. Das Besondere diesmal sei die Lieferung des sogenannten Chillers, eines Kühlaggregats für das bereits nach Stachanow gelieferte MRT-Gerät im dortigen Bezirkskrankenhaus, sagte sie. Dr. Steinigk stammt aus der Zentralukraine und wohnt seit Mitte der Siebziger Jahre in Thüringen. Seit 2016 hat sie eine neue Berufung – humanitäre Hilfe zu sammeln und an die Menschen im Donbass zu verfrachten. Der Medienarbeit misst sie eine zentrale Rolle bei – denn nach jedem neuen Bericht könne sie mehr Menschen und damit auch potenzielle Spender erreichen. Bevor ich mich entschlossen habe, nach Döhlen zu fahren und einen Bericht über die Verladung des Hilfstransportes zu drehen (unsere Reportage wird auch in Lugansk gedreht und wird Mitte Oktober fertig), schickte sie mir eine lange Liste mit Medienberichten über ihre Arbeit, heißt es auf RT Deutsch.

Folgendes Video war dem Artikel beigefügt: Das Video ist aus dem Jahr 2017 und zeigt, dass Politiker und Medien das Projekt nicht unterstützen. Grund ist, dass der Westen immer noch Russland die Schuld gibt. Journalist Ulrich Heyden sprach unter anderem mit Raissa Steignik:

Dennoch, der Freien Presse ging es bei der Absage ihrer eigenen Berichterstattung offenbar doch nicht nur um „Kontaktschuld“ mit dem unheimlichen russischen Sender Russia Today. Die empathischen deutschen Helfer – die Mitbürger von nebenan, die Handwerker, die Verwaltungsangestellten, die in der Ukraine-Politik nicht auf Regierungslinie sind und sich nicht scheuen, ihre Ansichten zu bekunden, würden vielleicht einfach eine verbreitete, starre Schablone sprengen. Also kann nicht sein, was nicht sein darf, resümiert Wladislaw Sankin seinen Artikel.

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An sich ist es wenig überraschend, dass sich westliche Medien sich beim Thema Ostukraine beziehungsweise Donbass gerne wegducken. Wer nach solchen Themen oder nach solchen Kollektiv sucht, der wird meist in sozialen Medien fündig. So beispielsweise auf VK.com, wo „Zukunft Donbass“ ebenfalls Präsenz zeigt. Das Projekt „Bumerang der Güte“ hat dort ebenfalls in russischer Sprache seine Präsenz.

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