Während westliche Regierungen gerne mit erhobenem Zeigefinger anderen Ländern den Einsatz von Chemiewaffen vorwerfen, lassen sie selbst nicht weniger tödliche C-Waffen-Programme entwickeln. Über dieses Thema schrieb das deutsche Nachrichtenmagazin Zuerst! am Montag.

Jetzt hat der Kommandeur der russischen ABC-Abwehrtruppen, Igor Kirillow, massive Vorwürfe gegen die USA erhoben. In dem dem Pentagon angegliederten R. Lugar Center for Public Health Research, verwaltet von der US Defense Threat Reduction Agency (DTRA), würden Biowaffen entwickelt. Aus vom georgischen Ex-Minister für Staatssicherheit, Igor Giorgadse, veröffentlichten Dokumenten gehe hervor, daß Tests mit Medikamenten durchgeführt worden seien, an denen 73 Georgier gestorben seien. In dem Labor würden „hochgiftige und sehr tödliche chemische und biologische Wirkstoffe“ entwickelt, führte Kirilow aus.

Es bestehe auch der Verdacht, dass die Schweinepestepidemie, die sich 2007 von Georgien aus in Südrussland verbreitete, mit Arbeiten des Center zu tun haben könnte. Kirillov findet es insbesondere auffällig, daß die Forschung an Pathogenen in der Nähe der russischen Grenze erfolge: „Das müsse man berücksichtigen, wenn man die Situation mit Blick auf die nationale Sicherheit analysiert.“

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Pentagon-Sprecher Eric Pahon wies die Behauptungen zurück. Das sei „eine Erfindung der imaginativen und falschen russischen Desinformationskampagne gegen den Westen“ und ein „offensichtlicher Versuch, die Aufmerksamkeit vom schlechten Verhalten Rußlands an vielen Fronten“ abzulenken.

Die USA entwickelten in dem Center keine biologische Waffen, zudem werde es von Georgien, nicht von den USA betrieben. Kirillov hatte erklärt, daß nach Dokumenten von Giorgadze die Eigentümerschaft Georgiens nur auf dem Papier stehe. Nach Pahon arbeite das Center am „Schutz der Bürger vor biologischen Bedrohungen“, spüre Infektionskrankheiten auf, führe epidemiologische Kontrollen durch und forsche für Georgien und die ganze Welt.

Auch Georgien hat die Vorwürfe als russische Propaganda bezeichnet, die darauf ausgerichtet sind das Verhältnis zwischen Georgien und den USA zu beeinträchtigen.

«Die georgische Seite stellt unmissverständlich fest, dass das Zentrum von Richard Lugar keine Studien über ein Medikament zur Behandlung von Hepatitis C durchgeführt hat und nicht durchführt, insbesondere amerikanische Experten … Ich betone nochmals, dass dies nur das Programm diskreditieren und Aufsehen erregen soll. Die Papiere, die Giorgadze hielt, sind Überwachungsdokumente für Patienten. Hier gibt es nichts zu verbergen — manche Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit und nicht wegen einer Behandlung in das Programm aufgenommen werden, sterben leider. Wenn sie sehr spät ins Krankenhaus kommen, hilft dieses Medikament möglicherweise nicht mehr. Auf dieser Grundlage starben natürlich einige der Menschen, die an dem Programm beteiligt waren «, sagte Gamkrelidze.

Der russische Sprecher wies weiter darauf hin, daß in dem Center bei angeblichen Medikamententests im Dezember 2015 24 Personen gestorben seien, bei weiteren Versuchsreihen weitere 49 Menschen. Daß so viele Menschen „gleichzeitig“ an einem Medikament sterben, das nach den klinischen Tests zur Zulassung in Rußland kein einziges Todesopfer forderte, sei verdächtig. Auch sei eine so hohe Zahl an Toten nach dem Ausbruch von Epidemien bei Patienten in Kliniken nicht beobachtet worden.

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Hintergrund der russischen Sorgen ist nicht zuletzt die Tatsache, dass das Pentagon vor zwei Jahren auf dem Wege einer Ausschreibung Biomaterial von Russen sammeln wollte. „Das Sammeln und die Ausfuhr von Bioproben russischer Bürger zu ungeklärten Zwecken stellt eine Gefahr für die Sicherheit Russlands dar“, sagte Kirillow. Überdies hätten US-Firmen „Biomaterial der Stammvölker im Nordkaukasus, im Fernen Osten Russlands und in der Ural-Region gesammelt“. Kirillov fragt, „zu welchen Zwecken die US-Luftwaffe diese Aktivitäten geplant habe“.

Weiter: „Heutzutage sind weltweit mehr als 30 von den USA kontrollierte Labore tätig, und sie werden ständig modernisiert, was von offiziellen UN-Daten untermauert wird.“ Sie betrieben u.a. Forschung an Erregern gefährlicher Infektionskrankheiten. Kirilow findet es verdächtig, dass die Labors gezielt um Russland und China herum errichtet werden: „Die Wahl der Orte, wo diese Labors eingerichtet werden, ist aus unserer Sicht auch kein Zufall – viele von ihnen liegen auf den Territorien, die an Russland und China angrenzen, und stellen damit eine dauernde biologische Gefahr für unsere Staaten dar.“

News Front auf Deutsch berichtete bereits mehrfach über die Enthüllungen der bulgarischen Investigativjournalistin Dilyana Gaythandshieva, die mehrere Monate in Bulgarien recherchierte und aus den Tiefen des Internets öffentlich zugängliche Dokumente von Behörden aus den USA und Georgien. Erst im vergangenen September enthüllte sie, dass über dem Wege der Diplomatenpost Menschenblut und Viren in das Lugar Center gebracht wurde. Zahlreiche Artikel in englischer Sprache rund um das US-Biowaffenprogramm kann man auf ihrer Internetseite nachlesen. Auf dem Titelbild ist ein Screenshot eines Videos zu sehen, dass sie direkt am Zaun des Lugar Centers zeigt.

Text: News Front & Zuerst!

Foto: RIA Novosti

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