Gestern veröffentlichte WikiLeaks nach mehreren Monaten wieder mal offizielle Dokumente. Diesmal wurden Beschaffungsfragen aus den US-Botschaften weltweit veröffentlicht. Neben ganz normalen Produkten wurde – wenig überraschend – auch Spionagegerät angefordert. Allerdings handelt es sich hierbei nicht wirklich um einen Leak im engeren Sinne.

Insgesamt wurden laut Pressemitteilung über 16000 Dokumente veröffentlicht, also wieder mal einen Datensatz, den man sich nicht innerhalb kürzester Zeit durchlesen kann. Allerdings ist dieser Datensatz mit einer Suchfunktion versehen, so dass man mit Schlagwörtern diese Dokumente durchforsten kann.

Es handelt sich um „aktuelle Ausschreibungen der Einkauftsabteilung  der US-Botschaft“, wenn man einen Blick auf die Einkaufsliste der US-Botschaften in Deutschland wirft. Es handelt sich also hier nicht um eine Enthüllung, die ein Geheimnisträger WikiLeaks zugetragen hat. Vielmehr handelt es sich hier um eine Sammlung von Dokumenten, die jeder einsehen konnte, weil sie öffentlich zugänglich war oder noch ist. Man muss nur die Webseite der entsprechenden Botschaft besuchen, wo man dann die entsprechende Ausschreibung hätte lesen können. Dies räumt WikiLeaks auch am Ende ein.

Viele dieser Angebote sind aber nicht mehr direkt sichtbar, wenn der Auftrag vergeben.

In Armenien suchte man unter anderem einen Analysten für Mobiltelefone, wie man hier auf Twitter hervorgehoben hat. Dieser soll im Auftrag für die Botschaft (oder vielmehr für den Auslandsgeheimdienst CIA) Handydaten auslesen.

 

Die komplette Pressemitteilung in englischer Sprache ist auf der unteren Twitter-Meldung verlinkt. Wie man bereits auf dem Foto sieht, fiel den Redakteuren von WikiLeaks vor allem die „Wunschliste“ der Botschafter in Sachen Spionagegerät auf, worauf man auch im Text später eingeht.

Alle US-Botschaften stellen auf ihrer Website Angebotsanfragen und Stellenangebote ein, wenn sie Waren oder Dienstleistungen erwerben möchten. In einigen Fällen können diese Anfragen auf verdeckte Aktivitäten hinweisen, die von US-amerikanischen Behörden im Land durchgeführt werden. Beispielsweise bat die US-Botschaft in El Salvador im August 2018 in einer Ausschreibung für „Tactical Spy Equipment“ die Anbieter, 94 Spionkameras zur Verfügung zu stellen, von denen die meisten als Alltagsgegenstände wie Krawatten, Mützen, Hemdknöpfe, Uhren, USB-Laufwerke, Feuerzeuge getarnt waren und Stifte. Ähnliche Spionagekameras wurden auch von der US-Botschaft in Kolumbien angefordert, heißt es unter anderem.

 

Bei diesen Einkaufslisten handelt es sich aber nicht überwiegend um Spionagegerät, sondern es geht um ganz banale Anfragen. Anders gesagt, es sind Dinge des täglichen Bedarfs. Es handelt sich auch um Ausschreibungen für Handwerker oder andere Tätigkeiten, wo man nicht unbedingt Amerikaner für braucht. WikiLeaks räumt aber genau das auch am Ende ein. Gleichzeitig weist man aber darauf hin, dass man auch aus ganz banalen Kaufanfragen Rückschlüsse auf illegale Tätigkeiten schließen kann.

 

WikiLeaks verweist hierbei auch auf die Vault7-Enthüllungen hin, die im Jahre 2017 veröffentlicht wurden.

 

 

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