Neue veröffentlichte Dokumente zeigen auf, wie die USA die Terrormiliz Islamischer Staat mit Waffen im Jemen versorgt. Auf ihrem Portal ArmsWatch hat die bulgarische Journalistin Dilyana Gaytandzhieva sämtliche Dokumente veröffentlicht, die das belegen.

Überall, wo die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Erscheinung tritt, sind die USA nicht weit entfernt. Offiziell heißt es ja, dass die US-Regierung den Islamischen Staat dort bekämpft, wo er auftaucht – beispielsweise im Irak oder in Syrien. Dort breitete sich der IS vor mehr als fünf Jahren fast wie aus dem Nichts aus und unterhält inzwischen nur noch ein paar Landstriche. Doch auch im Kriegsgebiet Jemen stellt die Terrormiliz eine Konfliktpartei dar, dessen Rolle anscheinend kleingeredet wird. Bekanntlich unterstützen dort die USA ihre saudischen Bündnispartner im Krieg gegen die Houthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.

Es galt lange Zeit als offenes Geheimnis, dass die Saudis und die Amerikaner im Hintergrund den Islamischen Staat in Syrien und im Irak unterstützen. Einerseits finanziell, andererseits mit Waffenlieferungen. Wer allerdings darüber schreibt, muss sich im Klaren sein, dass man hierfür Beweise braucht, die das zweifelsfrei belegen. Ansonsten läuft man schnell Gefahr in die Ecke der Verschwörungstheoretiker oder Fake-News-Verbreiter gedrängt zu werden.

Die bulgarische Journalistin Dilyana Gaytandzhieva machte bereits im Jahre 2017 von sich reden, nachdem sie anhand von Dokumenten belegen konnte, dass die USA die Terrormiliz in Syrien mit Waffen versorgt. Nun wurden ihr Dokumente zugespielt, die belegen, dass die US-Regierung den Islamischen Staat auch im Jemen mit leichten und schweren Waffen unterstützt. Wie bereits vor zwei Jahren führt die Spur zunächst in den Ostblock.

Eine detaillierte Beschreibung dieser Dokumente in englischer Sprache veröffentlichte die Journalistin, die wegen ihrer Enthüllung im Jahre 2017 kurz darauf ihren Job bei der bekanntesten bulgarischen Tageszeitung Trud ohne nähere Begründung verlor, auf eigene Faust auf ihrem Portal ArmsWatch. Geleakte Lieferscheine, Verträge und Dokumente belegen auch diesmal, wie die USA seinen angeblichen Feind über Umwege aufrüstet.

https://platform.twitter.com/widgets.js

Der Journalistin zufolge wurden hier die „explosiven Dokumente“ anonym zugespielt.

„…darunter E-Mails, interne Memos, Verträge, Fotos, Lieferpläne und Packlisten mit Losnummern von Waffen und deren Käufern. Unter den durchgesickerten Dokumenten erhielt ich auch gescannte Pässe von Waffenhändlern und Regierungsbeamten aus den USA, Saudi-Arabien und den VAE (Vereinigste Arabische Emirate, die Redaktion). Sie waren in den letzten drei Jahren am Handel mit mindestens 3 Millionen serbischen Waffen (Mörsergranaten und Raketen) nach Jemen und Syrien beteiligt.

Ich verfolgte die Losnummer dieser serbischen Waffen und konnte Mörsergranaten in den Händen von Terroristen des islamischen Staates im Jemen identifizieren und zurückverfolgen, die zu ihrem Käufer – der US-Regierung – führten.

Diese Dokumente enthüllen die größte Lüge in der US-Außenpolitik – die offizielle Bekämpfung des Terrorismus und dessen heimliche Unterstützung“, so die Enthüllungsjournalistin auf ihren Enthüllungsportal ArmsWatch, der sich überwiegend mit dem Thema Waffenieferungen beschäftigt.

Natürlich kauft oder liefert das Pentagon nicht direkt diese Waffen an die Terrormiliz, sondern nutzt dafür eine private Firma, die eng mit dem Verteidigungsministerium zusammenarbeitet. Alliant Techsystems LLC kauft die Waffen in Serbien ein, weswegen die Journalistin ihre Serie „Serbia Files“ wohl nannte. Die Waffen stammen meist aus der serbischen Firma Krusik. Als Vermittler tritt dann das Unternehmen Jugimport auf, dessen Verträge im besagten Artikel veröffentlicht wurden.

Als Lieferant oder Spediteur tritt das Unternehmen Silk Way Airlines aus Aserbaidschan auf, welches bereits 2017 im Fokus der Recherchen von Gaytandzhieva war. Die Waffen werden über diplomatische Flüge nicht nur in den Jemen geliefert, sondern auch nach Syrien oder Afghanistan, wo die USA ebenfalls Dschihadisten unterstützen.

Die Flüge wurden vom Pentagon, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gechartert. Die Waffen wurden heimlich in Baku, der Incirlik Air Base, der Prince Sultan Air Base usw. abgeladen, wo die Flugzeuge für technische Landungen anhielten und anschließend leer weitergingen. Die neuen durchgesickerten Dokumente beweisen, dass dieses internationale Waffensendungsnetzwerk nie beendet wurde und bis heute andauert, heißt es am Ende des  Beitrages.

Ein US-Soldat mit vermeintlichen IS-Kämpfern im Jemen. Dieses Foto wurde in sozialen Medien weit verbreitet und zeigt, dass der eingentliche Feind der Amerikaner insgeheim ein Verbündeter ist. Im Jemen haben beide nämlich einen gemeinsamen Feind – die vom Iran gestützten Houthi-Rebellen.

 

Der seit 2015 andauernde Krieg im Jemen, eines der ärmsten Länder der Welt, ist ein komplexer Krieg, wo mehr als 20 Konfliktparteien formell oder informell beteiligt sind. Vordergründig soll es sich um einen Krieg zwischen den Saudis und den Houthi-Rebellen handeln. Doch so einfach ist das nicht. Es ist ein Stellvertreterkrieg, wo sich – wie in Syrien oder im Irak -letztlich Sunniten und Shiiten gegenseitig bekämpfen. Partei ergreifen die Amerikaner und die Saudis sowieso dabei stets für die Sunniten, während der Iran letztlich die Schiiten unterstützt. Dabei ist es wenig verwunderlich, dass die sunnitisch-geprägten Dschihadisten des Islamischen Staates gegen die vom Iran gestützten schiitisch-geprägten Houthis im Norden Jemens bezwingen wollen. Dafür brauchen sie Waffen, die sie von den Amerikanern erhalten

Da die USA ihre Waffenlieferungen möglichst verschleiern wollen, werden natürlich nicht direkt überwiegend Waffen aus den USA geliefert, sondern es werden Waffen geliefert, die aus der ehemaligen Sowjetunion oder aus osteuropäischen Ländern stammen, weswegen beispielsweise die berühmte Kalaschnikow bereits als typische „Terroristenwaffe“ betrachtet wird.

Wie bereits oben angeführt ist es bislang die erste Tranche an Dokumente, die auf ArmsWatch ausgewertet wurden. In den nächsten Tagen oder Wochen dürften weitere Dokumente folgen, die darlegen werden, wie die USA ihre Terroristenunterstützung verschleiert.

 

 

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s