Die USA treiben Pläne voran, eine Batterie Patriot-Luftabwehr-Raketensysteme sowie eine Reihe fortschrittlicher Radarsysteme nach Saudi-Arabien zu entsenden. Dies sei ein erster Schritt, um das Königreich vor den jüngsten Angriffen zu schützen. Erst vor Kurzem wurde die Öl-Fabrik Aramco von einem Drohnenangriff heimgesucht.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump verfügt außerdem über zwei weitere Patriot-Batterien und ein THAAD-Raketensystem (Terminal High Altitude Area Defense), das bei Bedarf eingesetzt werden kann, berichtete Reuters am Donnerstag unter Berufung auf Verwaltungsbeamte.

Rund 200 Truppen sollen neben der Luftverteidigung auch nach Saudi-Arabien entsandt werden, berichten unter anderem iranische Medien.

Die vier Sentinel-Radarsysteme und die Patriot-Batterie sollen Nord-Saudi-Arabien sichern. Das AN/MPQ-64 „Sentinel“ ist ein 3D-Radar kurzer bis mittlerer Reichweite für den Einsatz in der Luftabwehr des Heeres zur direkten Waffenleitung.

Thaad-Luftabwehrsystem. defensenews.com

 

Gegenwärtig befinden sich die meisten Luftverteidigungen des Riad-Regimes näher an der südlichen Grenze zum Jemen.

Die Ansarullah-Bewegung im Jemen hat in den vergangenen Monaten Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele tief in Saudi-Arabien als Vergeltung für die jahrelange Aggression des Königreichs gestartet.

Die Angriffe erreichten ihren Höhepunkt am 14. September, als die Ansarullah-Bewegung mitteilte, sie habe 10 Drohnen in die Luft geschickt, um große Ölfabriken der saudischen staatlichen Firma Aramco in Khurais und Abqaiq zu zerstören.

Durch den Drohnenangriff wurden die Anlagen zerstört und die Ölproduktion in Saudi-Arabien um mehr als die Hälfte oder rund 5,7 Millionen Barrel pro Tag verringert, schreibt die iranische Nachrichtenagentur ParsToday in englischer Sprache.

US-amerikanische Beamte haben indes zugegeben, dass Saudi-Arabiens größtenteils in den USA hergestellte Verteidigung keine der Drohnen abfing oder, wie sie behaupten, Marschflugkörper, die die Präzisionsangriffe ausführten, obwohl sie Hunderte von Kilometern über Saudi-Territorien flogen.

Die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien haben beide den Iran für die Angriffe verantwortlich gemacht und die Behauptungen der Ansarullah ignoriert.

Militärkommandeure und Verteidigungsführer beider Länder haben in den vergangenen Wochen zusammengearbeitet, um festzustellen, welche Art von Militär als Reaktion auf den Angriff in die Region entsandt werden muss.

Obwohl Trump bei einem Treffen im Weißen Haus am vergangenen Freitag schnell mit dem Finger auf den Iran gezeigt hatte, lehnte er Spekulationen über einen bevorstehenden Militärschlag gegen den Iran ab. Er stimmte jedoch einer breiteren Anstrengung zu, um die militärischen Maßnahmen in Saudi-Arabien und der Region zu verstärken.

US-Verteidigungsminister Mark Esper sagte, dass solche Einsätze ein erster Schritt seien und der Plan möglicherweise auf andere Dinge in der Zukunft ausgeweitet werden könnte.Unterdessen sagen US-Beamte, dass Washington mit seinen Verbündeten an Bord Gespräche führt, mit einem Plan, der angeblich die Aufrechterhaltung der Sicherheit in der Region zum Ziel hat.

Die Regierung von Trump behauptet, der Iran stünde hinter den Angriffen von Aramco und früheren Sabotageakten gegen internationale Öltanker, die in der Nähe der iranischen Hoheitsgewässer durch die Straße von Hormuz fahren.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani wies die Behauptungen am Mittwoch zurück und stellte auf der 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen sein Hormuz-Friedensbemühen (HOPE) vor. Er forderte alle Länder der Region auf, eine „Koalition der Hoffnung“ zu bilden und die Spannungen in der gesamten Region zu beruhigen.

Rouhani warnte in seiner Rede, dass Amerikas Geschichte des Interventionismus auf der ganzen Welt zeigt, dass Außenstehende die Sicherheit in der Golfregion nicht garantieren können.

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