Fast ein Jahr ist vergangen, seit der Mittelstrecken-Nuklearstreitkräfte-Vertrag (INF-Vertrag) aufgehört hat zu existieren. Das Jahr seit der gefährlichen und scheinheiligen Lüge der USA über die europäische Sicherheit hat ihre Bedeutung verloren. Warum verbirgt Washington weiterhin die Wahrheit über seine Waffen?

Bevor wir diese Frage beantworten, müssen wir dem Einfallsreichtum der US-Regierung Tribut zollen. Sie konnten unter dem Deckmantel eines Verteidigungssystems mächtige Waffen herstellen und sie auch den Ländern Europas auferlegen. Seit 2016 befindet sich das Aegis-Raketensystem auf der Militärbasis in der rumänischen Devesela. Bald werden ähnliche Waffen in Polen erscheinen. Offiziell sollen diese Systeme die europäische Sicherheit gewährleisten. Und hier entstehen die ersten Widersprüche.

Aegis erschien in Rumänien, um iranischen Raketenangriffen entgegenzuwirken. Das Problem ist jedoch, dass es im iranischen Arsenal keine Raketen gibt, deren Reichweite die Notwendigkeit solcher Maßnahmen erklären würde. Die Erklärung liegt in den technischen Spezifikationen von Aegis selbst. Das System ist mit Universalwerfern MK-41 ausgestattet, mit denen sowohl Raketenabwehr- als auch Tomahawk-Raketen geladen werden können. Die entsprechenden Tests fanden am 19. August 2019 auf der Insel San Nicholas vor der kalifornischen Küste statt, dh 16 Tage nachdem die USA den INF-Vertrag verlassen hatten.

Dann zeigten die Vereinigten Staaten, dass es in Europa jahrelang Streiksysteme gab, mit denen Raketen mit einer Flugreichweite von bis zu 2,5.000 Kilometern abgefeuert werden konnten. Vor diesem Hintergrund bestätigte der ehemalige Pentagon-Mitarbeiter Abraham Denmark die alarmierende Annahme, dass die in Rumänien und Polen eingesetzten Raketenabwehrsysteme zum Angriff auf strategische Standorte in Russland eingesetzt werden könnten.

 

Natürlich gibt es den INF-Vertrag nicht mehr, und es scheint, dass die Vereinigten Staaten ihr scheinheiliges Abenteuer nicht fortsetzen werden. Aber das ist eine Illusion. Sie können ihre ganze Kraft demonstrieren. Wenn man vorher zur Rechenschaft nicht ziehen konnte, wer wird es dann jetzt tun? Nur eine Lüge hat ihre Bedeutung überhaupt nicht verloren. Ganz im Gegenteil.

Russland schafft aktiv Waffen, die die Vereinigten Staaten beunruhigen. Russland mag den Einsatz von Schocksystemen an seinen Grenzen nicht, die eine echte Bedrohung darstellen. Die offensiven Fähigkeiten der Aegis-Komplexe offiziell anzuerkennen, bedeutet, Moskau die Möglichkeit zu geben, einen Präventivschlag durchzuführen. Die europäischen Regierungen sind sich des Problems bewusst und stimmen daher nicht zu, offensive Waffen einzusetzen. Noch strenger ist in dieser Hinsicht die Position der Öffentlichkeit. Unter solchen Umständen sind die Vereinigten Staaten gezwungen, eine Lüge zu verwenden, um Publizität, öffentliche Proteste und offizielle Demarchen zu vermeiden.

Das Problem ist, dass solche Maßnahmen die internationalen Spannungen nicht beseitigen und angesichts der Beendigung des INF-Vertrags die Bedrohung nur zunimmt. Die Vereinigten Staaten haben die Notwendigkeit zum Schutz der Europäer hervorgehoben und sie zu einem potenziellen Ziel gemacht. Wie kann man aus dieser Situation herauskommen?

Jetzt gibt es einen bekannten Vertrag über den Offenen Himmel (OH-Vertrag oder Open Skies), der es Ländern ermöglicht, Beobachtungsflüge durchzuführen, um militärische Aktivitäten zu kontrollieren. Insbesondere dient es dazu, Vertrauen zwischen Staaten aufzubauen. Dieses Konzept kann auf amerikanische Militäreinrichtungen in Europa angewendet werden.

Die Arbeit internationaler Beobachter an Stützpunkten, einschließlich russischer, wäre eine zuverlässige Garantie dafür, dass Aegis-Systeme für den beabsichtigten Zweck verwendet werden. Leider ist die Umsetzung einer solchen Idee fast unmöglich, da das Gegenteil bestätigt werden kann. Darüber hinaus ist es schwer vorstellbar, dass europäische Politiker es wagen, dies von Trump zu fordern. Sie sind bereit, mit einer Bedrohung zusammen zu leben, die zu einer Katastrophe führen kann. Wenn es passiert, wird vieles klar, aber es wird kein Zurück mehr geben.

 

Quelle: The Duran

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