Gib Gates keine Chance: Linux – kostenlos und weitaus weniger anfällig für Viren

Bill Gates wurde dank des virenanfälligen Betriebssystems Windows zum Multimilliardär und kann deswegen sein Geld benutzten, um die halbe Welt zu impfen. Es geht auch mit Betriebssystemen, die kostenlos und weitaus sicherer sind als das von Philantrop und Microsoft-Mitbegründer Gates.

Dank WikiLeaks und den Enthüllungen über Vault7, dem Hacking-Programm der CIA, wissen wir, dass Windows ein Problem ist und teure Virenscanner nicht die Lösung. Den Enthüllungen von WikiLeaks zufolge hatten die Hacker im US-Dienst ohne großen Aufwand Systeme wie Android, Windows oder IOS problemlos hacken können und somit bestimmte Daten abfangen können.

„Apple, Samsung, Microsoft reagieren auf WikiLeaks # Vault7. Google schweigt über die vielen Schwachstellen in Android“, twitterte die Enthüllungsplattform im Rahmen ihrer Enthüllungen.

Was ist Linux?

Was haben diese drei Systeme gemeinsam? Richtig, sie kosten Geld, sowohl mittelbar (Aufschlag auf Geräte beim Preis) als auch unmittelbar, wenn man Softwareprodukte und Virenscanner kauft. Aber es gibt auch kostenlose Betriebssysteme.

Eines davon ist das Betriebssystem Linux, welches im Gegensatz — von Windows beispielsweise, kein Hintertürchen hat, die den Rechner für Eindringe offenlassen wie ein Scheunentor. Doch wichtige Frage vorweg: Was ist Linux?

Als Linux oder GNU/Linux bezeichnet man in der Regel freie, unixähnliche Mehrbenutzer-Betriebssysteme, die auf dem Linux-Kernel und wesentlich auf GNU-Software basieren. Die weite, auch kommerzielle Verbreitung wurde ab 1992 durch die Lizenzierung des Linux-Kernels unter der freien Lizenz GPL ermöglicht.

Warum sich ein Umstieg auf das kostenlose Betriebssystem lohnt.

Das sicherste Betriebssystem der Welt

Die Fachzeitschrift Linux-Welt erklärt es folgendermaßen: «Tatsächlich ist es schwer, in geschlossenen Programmen oder Hardware, eine Hintertür zu finden oder deren Anwesenheit zu bescheinigen», schreibt IT-Experte Arne Arnold auf Linux Welt. «Doch das ist ein Problem, für das es derzeit eine sehr gute Lösung gibt: Open-Source-Programme!», schreibt er im Editorial.

Linux frei verfügbar und offen zugänglich. Auf CD-Rom gebrannt kann man mehrere gleich Versionen als Beilage zu einer Fachzeit oft unter 10 Euro erwerben.

https://twitter.com/PiratforSnowden/status/1341476648198287360?s=20

Zum Vergleich: Preise für Windows Betriebssysteme (mit Hintertürchen und ohne Zeitschrift) können schon mal über 200 Euro mehr kosten, Versionen für Schüler und Studenten sind billiger, weil sie so angefixt werden. Geld und Sicherheit bleiben auf der Strecke. Warum Windows dem freien Betriebssystem in Sicherheit nicht das Wasser reichen kann, hängt mit der Programmarchitektur zusammen.

«Der Linux-Kernel (dazu gleich mehr, die Redaktion) und ein Großteil der dazu verfügbaren Software sind offen zugänglich und kosten somit kein Geld. Linux-Kernel sind «garantiert Hintertürenfrei», so Arnold. Der Kernel eines Betriebssystems bildet die hardwareabstrahierende Schicht, das heißt, er stellt der auf dieser Basis aufsetzenden Software eine einheitliche Schnittstelle (API) zur Verfügung, die unabhängig von der Rechnerarchitektur ist.

Quelle: KiberBerkut

Die Software kann so immer auf die Schnittstelle zugreifen und braucht die Hardware selbst, die sie nutzt, nicht genauer zu kennen.

Helsinki im Jahre 1991

Linux nutzt einen monolithischen Kernel. Ein monolithischer Kernel ist ein Kernel, in dem nicht nur Funktionen zu Speicher- und Prozessverwaltung und zur Kommunikation zwischen den Prozessen, sondern auch Treiber für die Hardwarekomponenten und möglicherweise weitere Funktionen direkt eingebaut sind.

1991 begann Informatiker Linus Torvalds in der finnischen Hauptstadt Helsinki mit der Entwicklung einer Terminal-Emulation, um unter anderem seinen eigenen Computer besser zu verstehen. Finnland ist nun einmal nicht Amerika und Torvalds ist bislang nicht bekannt dafür, die halbe Welt durch zu impfen.

Ein Betriebssystem besteht grundsätzlich aus zwei Grundbausteinen: Dem oben angesprochenen Linux-Kernel, der von Linus Torvalds ins Leben gerufen wurde und auch heute noch maßgeblich von ihm gepflegt wird.

Quelle: Kiberberkut

Der Name sagt auch etwas über die Herkunft: Der erste Teil ist klar, der hintere kommt von Unix, dem kommerziellen Standardsystem der damaligen Zeit. Hinzu kommen einige Werkzeuge, die aus dem GNU-Projekt: GNU steht für GNU is not Unix. GNU/Linux wurde dann als bessere und vor allem freie Alternative zu Unix in die Welt gesetzt.

Seitdem ist dieses Betriebssystem bis heute frei verfügbar, also Open Source, frei zugängliche Software. Natürlich gibt es auch weitere Versionen, die auf Linux basieren und Geld kosten, generell dürften die Zahlreichen kostenlosen Versionen dem durchschnittlichen Anwender genügen.

Benutzerfreundlich

Die Benutzeroberfläche ist auch für einfache Anwender benutzerfreundlich gestaltet und dieser Screenhot ist nur ein Beispiel von sehr vielen Möglichkeiten. Auch der Pfälzische Merkur 2019 schreibt, warum sich ein Umstieg lohnt. Allerdings warnt man auch hier vor einigen Nachteilen oder Umgewöhnungen:

Zu den Nachteilen gehöre, dass nicht jeder Hardwarehersteller Treiber für Linux anbiete. Geräte wie WLAN-Adapter, TV-Sticks oder Drucker werden unter Linux nicht immer erkannt. Auf einem Laptop müssen Nutzer laut dem Fachmagazin damit rechnen, dass der Akku nicht so lange durchhält wie unter Windows, da letzteres mehr Energiesparfunktionen habe.

Foto: KiberBerkut

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, der kann dies über die Suchmaschine DuckDuckGo gerne tun. Hier werden weitere Informationen und Möglichkeiten, sowie Beiträge oder Artikel angeboten. Viele Ämter und Regierungen nutzen Windows und zahlen dafür sehr hohe Lizenzen.

Fast ein fließender Übergang

Aus eigener Erfahrung kann man sagen, dass der Umstieg von Windows auf Linux fast fließend verlaufen ist. Auffallend ist die Stabilität des Linux-Systems im Vergleich zu Windows. Ein Absturz des Betriebssystems war quasi wöchentlich «vorprogrammiert». Und abgesehen vom Preisunterschied muss man sich kaum noch Gedanken machen, welchen Viren-Scanner man sich auf den Rechner spielt.

Es ist auch nicht nötig, sich Vorkenntnisse aus Büchern anzueignen,um gewöhnliche Tätigkeiten am Computer auszuüben. Textverarbeitung, Surfen im Internet, Video und Audio ist auch ohne große Lektüre von Fachbüchern beispielsweise auf Ubuntu-Linux möglich. Zudem gibt es zahlreiche Videos und Tutorials, die in der Regel ebenfalls frei zugänglich sind.

Dieses Tutorial von Maxico zeigt wie man von Windows auf Linux umsteigen kann. Wer also das kommende Jahr auf Windows oder Apple verzichten will und damit Impf-Philantropen wie Gates kein Geld mehr in den Rachen werfen will, dem sei hiermit geholfen.

„Die Anleitung beginnt mit dem Defragmentieren und Partitionieren der Windows Systemfestplatte deines Computers. Dann erkläre ich dir wie du Linux von DVD oder USB-Stick auf deinem PC bootest und danach im Live-System prüfst ob alle Treiber für deine Geräte vorhanden sind. Im letzten Schritt zeige ich dir wie du Linux Mint, Ubuntu oder eine andere Linux Distribution auf deiner Festplatte (HDD) installierst. Zum Schluss gibts natürlich noch den Beweis, dass Linux Mint auf meinem Laptop erfolgreich gestartet wird!“, so das Intro des YouTube-Videos.

In Politik und Verwaltung ist die IT-Sicherheit ein viel diskutiertes Thema. Aber dennoch will man dort nicht auf Linux komplett umsteigen. Für das amerikanische Unternehmen weiterhin noch ein Milliardengeschäft in West-Europa.

In Osteuropa setzt beispielsweise Russland auf sein eigenes staatliches Linux — GosLinux.

Schlussendlich ist auch Linux nicht perfekt und ist anfällig für Fehler. Beispielsweise beim Starten über USB-Stick (es empfiehlt sich zumindest eine Linux-Version auf einem formatierten Stick parat zu haben.

Linux ist äußerst vielfältig, so gibt es viele Versionen von Linux – vom benutzerfreundlichen Ubuntu bis hin zum Hacker-System KaliLinux, das legal und zu Sicherheitszwecken genutzt werden darf. „So sichern Sie Lighttpd mit Let’s Encrypt TLS / SSL-Zertifikat unter Debian / Ubuntu Linux“, schreibt The Best Linux Blog in the Universe.

Debian ist ein gemeinschaftlich entwickeltes freies Betriebssystem. Debian GNU/Linux basiert auf den grundlegenden Systemwerkzeugen des GNU-Projektes sowie dem Linux-Kernel. Die aktuelle Version ist Debian 10 „Buster“, die aktuelle Vorabversion ist Debian 11 „Bullseye“.

Ubuntu, auch Ubuntu Linux, ist eine Linux-Distribution, die auf Debian basiert. Der Name Ubuntu bedeutet auf Zulu etwa „Menschlichkeit“ und bezeichnet eine afrikanische Philosophie. Die Entwickler verfolgen mit dem System das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen.

Ubuntu ist quasi das Standard-Linux für private Desktops. Erfahrene Nutzer empfehlen aber auch gerne Debian. Zwar sind beide miteinander verwandt, aber die Unterschiede sind doch groß. Das schreibt das Portal Heise. Hier erfahren Sie, warum die Wahl gar nicht so schwer ist.

„Debian adressiert eher erfahrene und/oder professionelle Anwender, Ubuntu Desktop eher Otto Normalverbraucher“, resümiert die IT-Fachzeitschrift.

Das obere Bild zeigt eine Ubuntu-Distribution, so sieht die Oberfläche von Debian aus.

Welche Distribution nun die richtige für jemanden ist, muss jeder für sich entscheiden. Dieser Beitrag kann diese Entscheidung nicht abnehmen, sondern nur das Basiswissen vermitteln und die Vorteile von Linux gegenüber dem Marktführer Windows.

Wer sich auf dem laufenden halten will und beispielsweise anonym im Internet surfen will, der kann sich auf LinuxNews das System Tails, das auch von WikiLeaks empfohlen wird, verlassen. Einfach auf die Enthüllungsplattform gehen und nach unten scrollen.

Am Ende sei noch auf die obige Bildergalerie der Hackergruppe Cyber Berkut beziehungsweise Kiberberkut hingewiesen, über die bereits in der Vergangenheit, aber sicher auch in Zukunft wieder hier berichtet wird.

Von Christian Linart, Freier Journalist und Web Producer

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