Cybersicherheit: Iran testete erfolgreich eigene Methoden der Quantenkryptographie

Forscher der Atom Energie Organsiation des Iran (AEOI) haben erfolgreich eine selbst entwickelte Version der QKD-Technologie (Quantum Key Distribution) auf einer relativ großen Entfernung von 1.650 Metern getestet.

Quantenkryptographie ist die Verwendung quantenmechanischer Effekte als Bestandteil kryptographischer Verfahren oder zur Kryptoanalyse. Die Quantenkryptographie ist das am weitesten fortgeschrittene Teilgebiet der Quanteninformatik. In ersten Demonstrationsexperimenten wurden Ende der 90er Jahre Schlüssel über mehrere zehn Kilometer Glasfaser und über 500 m im freien Raum übertragen. Geplant sind Übertragungen von der Erde zu Satelliten und zurück.

Bei dem am Montag im Milad Tower in Teheran durchgeführten Test verwendeten Forscher Photonen, um eine durch Quantenschlüssel verschlüsselte Nachricht zwischen den am Tower stationierten Parteien und den nahe gelegenen AEOI-Räumlichkeiten zu übertragen.

AEOI-Chef Ali Akbar Salehi und der iranische Vizepräsident für wissenschaftliche Angelegenheiten Sorena Sattari nahmen an der Zeremonie teil, um die einheimische QKD zu fördern.

Forscher hatten die Technologie zuvor auf kürzeren Entfernungen von zwei Metern und 300 Metern getestet.

Die Tests begannen 2018, als der Iran ankündigte, dass es eines der wenigen Länder der Welt sein wird, das QKD entwickelt.

Die Technologie verwendet quantenphysikalische Regeln, um kryptografische Schlüssel an entfernte Parteien zu verteilen, um deren Kommunikation gegen Cyberangriffe immun zu machen.

Experten gehen davon aus, dass QKD in den kommenden Jahren angesichts der steigenden Nachfrage nach sichereren Kommunikationskanälen an Bedeutung gewinnen wird.

Salehi von AEOI sagte, seine Organisation plane, in naher Zukunft eine vierte Phase des QKD-Tests auf einer Entfernung von 7 Kilometern zwischen dem Milad Tower und dem Azadi Tower in Teheran zu starten.

Salehi sagte, die AEOI hoffe, dass sie die QKD für eine sichere Kommunikation zwischen dem Hauptsitz der Organisation in Teheran und einem großen Nuklearstandort in Fordow im Zentraliran nutzen könne.

Er sagte, der sichere Kanal, der in den nächsten ein oder zwei Jahren online gehen soll, könne 90 bis 100 Bit pro Sekunde Daten über ein Glasfasernetz übertragen.

Die AEOI war in der Vergangenheit das Ziel hochkarätiger Cyberangriffe, unter anderem mehrfach des israelischen Regimes und der USA.

Verwendete Quellen: IRIB, PressTV, Welt der Physik

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