Russland: Erweiterung der Fähigkeiten und Modernisierung des Luftverteidigungssystems Tor-M2

Das Militär der russischen Föderation versucht seinen Luftraum mit verschiedenen Abwehrsystemen zu sichern. Darunter gehört neben den Systemen S-400 und S-500 auch das Lenkwaffensystem Tor, welches seit Sowjetzeiten benutzt und immer wieder modernisiert wird.

Das elektromechanische (mechatronische) Werk Kupol in Ischewsk arbeitet an der Entwicklung einer Schiffsversion des Flugabwehr-Raketensystems Tor-M2, der Schaffung eines Komplexes auf einem schwimmenden Fahrgestell mit Rädern und dem Übergang von Flugabwehr-Raketensystemen zu einer modernen Elementbasis.

Der Generaldirektor des Unternehmens Fanil Ziyatdinov berichtete darüber in seinem Interview, das in der Januar-Ausgabe des Nationalen Verteidigungsmagazins veröffentlicht wird.

„Ein großer Arbeitsblock zielt auf den Übergang zu einer modernen Elementbasis ab. Dies ist im Allgemeinen ein konstanter, kontinuierlicher Prozess. Die Trägerbasis wird diversifiziert, insbesondere werden Produkte auf einem schwimmenden Fahrgestell mit Rädern in der SAM-Modellreihe erscheinen. Wir bemühen uns auch, das Luftverteidigungssystem Tor-M2 interspezifisch zu gestalten: Wir arbeiten an der Schaffung eines Schiffskomplexes „, sagte Fanil Ziyatdinov in einem Interview.

Im Juni letzten Jahres kündigte Generalleutnant Alexander Leonov, Chef der militärischen Luftverteidigung der Streitkräfte der Russischen Föderation, die Entwicklung eines speziellen Radfahrgestells an, dessen Hauptanforderung die Überwindung von Wasserhindernissen ist.

Auf dem internationalen militärtechnischen Forum „Army-2020“ wurde ein spezielles Rumpfrad-Chassis (SKKSH-586) vorgestellt, das Wasserhindernisse überwinden kann und künftig zur Aufnahme des Gefechtskopfes des Tor-M2K Anti verwendet wird -Flugzeug-Raketensystem.

Der stellvertretende Verteidigungsminister Alexei Krivoruchko erwähnte während eines Besuchs im Kupol-Werk in Ischewsk das Interesse der russischen Militärabteilung an der Schaffung einer Marineversion des Tor-M2-Komplexes.

Das Flugabwehr-Raketensystem Tor-M2 kann sowohl im manuellen als auch im vollautomatischen Modus betrieben werden. Im Automatikmodus steuert „Tor-M2“ selbst den festgelegten Luftraum und schlägt unabhängig alle Luftziele nieder, die nicht vom „Freund oder Feind“ -System identifiziert wurden.

Die beiden Radare werden zur Zielortung und Zielerfassung eingesetzt. Das Suchradar ist ein 3D-Pulse/Doppler-Radar im E/F-Band welches mit 25 km Reichweite, die Entfernung, das Azimut und Höhenwinkel von bis zu 48 Zielen sammeln und dabei 10 Ziele parallel verfolgen kann. Das Suchradar hat zudem ein Freund-Feind-Erkennungssystem. Während der Fahrt kann die Antenne eingeklappt werden, um den Querschnitt zu verringern.

Das Feuerleitradar basiert auf einem Phased-array-System und ist an der Front des Turms installiert und kann zwei Ziele von einer Entfernung von bis zu 20 km gleichzeitig mit den Raketen bekämpfen. Diese Phasengesteuerte Gruppenantenne erreicht durch die Bündelung der Strahlenenergie mittels Anordnung und Verschaltung von Einzelstrahlern eine starke Richtwirkung, woraus sich die hohe Trefferwahrscheinlichkeit von nahezu allen feindlichen Zielen aus der Luft ergibt.

Das Feuerleitradar gibt zudem die Impulse für die 3,5 Meter langen und 167 kg schweren 9M330-Flugabwehrraketen, die nach dem Start Geschwindigkeiten zwischen 800 Metern pro Sekunde und Mach 2,1 erreichen. Es können hierdurch fliegende Ziele mit bis zu Mach 2 Geschwindigkeit mit diesem Boden-Luft-Lenkwaffensystem bekämpft werden. Der 15kg schwere Sprengkopf wird durch einen Radar-Näherungs oder Aufschlagzünder gezündet. Zudem können auch durch das Raketen-Radarsystem Bodenziele wie Panzer und leicht gepanzerte Fahrzeuge bekämpft werden. Das Raketen-Radarsystem kann auch auf Kriegsschiffen zum Einsatz kommen, wo die Fliegerabwehr mit 30-mm-Bordkanonen unterstützt wird.

Im Gefecht der verbundenen Waffen arbeitet das Tor-System in den verschiedenen Entfernungsbereichen von Luftzielen mit den Systemen 2K12 Klub (NATO-Codename SA-6 Gainful), dem Buk-System (SA-17) sowie den Langstrecken-Boden-Luft-Raketensystemen S-300 und S-400 (SA-12 und SA-21) zusammen. Russland ist also gut gewappnet gegen einen geplanten weltweiten Schlag der USA (Prompt Global Strike), welches die USA ausgetüftelt haben, um mit ihren Raketen die Menschheit zu terrorisieren.

Ein Kampffahrzeug des Tor-M2-Komplexes ist mit 16 9M330-Flugabwehrraketen mit vertikalem Start und einer Reichweite von bis zu 12 Kilometern und einer Höhe von bis zu 10 000 Metern ausgerüstet. Das Hauptunterscheidungsmerkmal des Komplexes ist die Fähigkeit, unterwegs zu schießen, ohne anzuhalten, um die Säulen der militärischen Ausrüstung während des Marsches zu schützen.

Das Pendant der Westmächte zum Tor-Luftabwehrsystem ist das von der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit den Franzosen entwickelte System Roland, welches sowohl auf einem Marder oder auf einem MAN 15-Tonner transportiert wird, sowie den angelsächsischen Systemen Patriot und Hawkm die das Medium Etended Air Defense System (MEADS) der NATO bilden. Das Luftabwehrsystem Mantis, das auf einer 35mm Revolverkanone basiert, soll zudem vor feindlicher Raketen-, Artillerie- und Mörsergranaten und anderen Bedrohungen der Luft schützen. Ein ebenso radargestütztes leichtes Luftabwehrsystem ist die kleine Raubkatze Ozelot der Bundeswehr, ein Kurzstrecken-Flugabwehrraketensystem auf Basis des Waffenträgers Wiesel.

Von Nikolai Petrovitsch und Christian Saarländer

Quellen: ANNA News, Nationalnaja Oborona, Contra Magazin

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