BND: Superstar Marika Rökk soll ein sowjetischer Spion gewesen sein

Wie Dokumente des deutschen Auslandsnachrichtendienstes BND aus dem Jahre 2017 enthüllen, war die deutsch-österreichische Schauspielerin Marika Rökk beim Sowjetischen Geheimdienst tätig gewesen.

«Ich brauche keine Millionen», singt Rökk im Jahre 1942 im oberen YouTube-Video.

Das berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti auf seiner Seite unter Berufung auf die neuen Dokumente, die der Bundesnachrichtendienst freigegeben hat. Gleichwohl ist es nicht ausgeschlossen, dass sie auch für den deutschen Bundesnachrichtendienst ein offenes Ohr für ein Gespräch hatte.

Dort arbeiteten immerhin auch viele charismatische Agenten, wie beispielsweise der KGB-Spion Heinz Felfe, der im Zweiten Weltkrieg noch für die Deutsche Waffen SS tätig war.

Wie die Dokumente enthüllen, war die  deutsch-österreichische Film-Diva  als Agentin für die Sowjetunion tätig gewesen, wie Medien unter Berufung auf BND-Akten berichten, die 50 Jahre lang unter Verschluss blieben.

Die im Jahr 1913 in Kairo geborene Deutsch-Österreicherin soll laut der  «Organisation Gehlen» , die in den BND aufging, ihre Tätigkeit zwischen 1940 und 1950 für  sowjetischen Dienste wie dem KGB  aufgenommen haben. Ebenso ihr Ehemann, Filmregisseur Georg Jacoby (1882-1964).

Wegen angeblicher Spionage für die Nationalsozialisten wurde Marika Rökk zeitweilig nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Auftrittsverbot in Deutschland und Österreich belegt.

Zu dieser Zeit war es ihr nur möglich, Unterhaltungsabende für die amerikanischen Truppen zu veranstalten. 1947 wurde sie von dem Ehrengericht der Österreichischen Schauspielervereinigung rehabilitiert.

Im Jahre 1951 also zum gleichen Zeitpunkt als Rökk ihre Schauspielkarriere an den Nagel hängen wollte, soll sie für die Sowjets gearbeitet haben, was der deutsche Geheimdienst unter Generalmajor Reinhard Gehlen nicht publik machte. Nach der Freigabe der Dokumente, die unter von Bild-Zeitung zu einer reißerischen Story verarbeitet wurde, ist sich die Deutsche Medienwelt uneins, ob die Operettenlegende tatsächlich für die Sowjets spionierte.

Bundesarchiv der Bundesrepublik Deutschland

Angeblich Mitglied im Spionagering von Jan Tschernjak

Wie Bild“ berichtet, soll sie durch ihren Manager Heinz Hoffmeister, der damals bereits für die UdSSR arbeitete, als KGB-Spionin rekrutiert worden sein. Es bleibt jedoch auch nach der Veröffentlichung der alten Akten noch ungewiss, welche Rolle die österreichisch-ungarische Sängerin und Schauspielerin in dem Spionage-Netzwerk gespielt und welche Information sie an Moskau weitergegeben haben soll.

Sie soll einem Spionagering angehört haben. Chef des Netzwerks war laut der russischen Nachrichtenagentur RIA Novoangeblich der legendäre sowjetische Geheimdienstoffizier Jan Tschernjak , der den Spitznamen «ein Mann ohne Schatten» erhielt, weil sein Talent westlichen Geheimdiensten stets unbemerkt blieb. Sein Agentennetzwerk umfasste etwa 35 Kundschafter, darunter Banker, Militärs, Regierungsbeamte sowie die Schauspielerin Olga Chekhova.

Allerdings wurde er 1950 wieder von Moskau zurückbeordert, nachdem seine Enttarnung durch einen Überläufer drohte.

Dagegen spricht allerdings, dass Tschernjak nicht für den KGB, seinen Vorgängerorganisationen, sondern für den Militärgeheimdienst GRU in der Schweiz tätig war, wo er als Korrespondent für die TASS arbeitete. Er spionierte das Oberkommando der Wehrmacht bis Kriegsende aus, danach spionierte er in Großbritannien mit dem Schwerpunkt für Atomwaffen.

Bewunderung für Hitler und Beginn der Filmkarriere

Auch solche Äußerungen sprechen dagegen, dass Rökk bereits vor Kriegsende für die Sowjetunion spionierte.

Wenn ich Sie, mein Führer, für ein paar Augenblicke erheitern und von Ihrer verantwortungsvollen Arbeit ein wenig ablenken konnte, so bin ich darüber unendlich stolz und glücklich“, soll Rökk über Adolf Hitler geschrieben haben.

Da sie aus ihrer Bewunderung und Nähe zum Nationalsozialismus keinen Hehl machte, zweifeln viele Journalisten, ob sie tatsächlich eine KGB-Spionin gewesen sein soll. Sie selbst hat sich zu dieser Tätigkeit oder zu diesen geheimen Vorwürfen wie  «Verbindungen mit sowjetrussischen Stellen» nie öffentlich geäußert.

Rökk begann ihre Filmkarriere in den 1930er Jahren und galt als einer der Lieblingsschauspielerinnen des damaligen Deutschen Führers Adolf Hitler. Ihren ersten Film spielte sie 1935 — «Leichte Kavallerie» war ihr Kinodebüt im Dritten Reich gewesen. Rökk ist im Jahre 2004 an einem Herzinfarkt gestorben.

Die ungarische Diva in einigen ihrer schönsten Filme. Als singende und tanzende Hauptdarstellerin zeigt sie, warum sie zu den beliebtesten Frauen ihrer Zeit gehörte. „Der Tanz mit dem Kaiser“, „Kora Terry“, „Die Frau meiner Träume“ stehen beispielhaft dafür, warum sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen zu jener Zeit war. Ihr letzter Film war Schloss Königswald im Jahre 1988.

Rökk machte sich auch in der Unterhaltungsindustrie einen Namen. Vor und während ihrer Filmkarriere war sie auch eine gefragte Sängerin und Tänzerin gewesen. Auf dem oberen Video «Hallo Janine» (1939) stellt sie ihr Können unter Beweis.

Rökk machte sich auch in der Unterhaltungsindustrie einen Namen. Vor und während ihrer Filmkarriere war sie auch eine gefragte Sängerin und  Tänzerin gewesen. Auf dem oberen Video «Hallo Janine» (1939) stellt sie ihr Können unter Beweis.

In den 1920er Jahren trat sich nach ihrer Ausbildung in der  Ballett-Gruppe Hoffmann Girls im Moulin Rouge als Tänzerin auf. Weitere Engagements am Broadway in New York und mehreren Städten der USA folgten darauf im nächsten Jahr . Ende 1929 kehrte sie nach Europa zurück und trat als Tänzerin und Sängerin in Monte Carlo, Cannes, London, Paris und Ungarn auf.

Nach erfolgreichen Auftritten als Revue-Tänzerin drehte sie ihren ersten Film 1930 in England. Eine Auswahl ihrer Filme kann man bei Lesen & Schenken bestellen. «Die schönsten Filme mit Marika Rökk», lautet der Titel der DVD.

Autor: Christian Lehmann im Jahre 2017

Verwendete Quellen: RIA Novosti, Komitee für Staatssicherheit (KGB), Föderaler Sicherheitsdienst (FSB) Bundesnachrichtendienst (BND), Organisation Gehlen, Reichssicherheitshauptamt

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