Washington droht deutschen Unternehmen mit Sanktionen, wenn Nord Stream-2-Projekt fortgesetzt wird

Im Streit um die umstrittene Gaspipeline Nord Stream-2 geht Washington in die Offensive und droht deutschen Unternehmen mit wirtschaftlichen Folgen, falls das Projekt weiter fortgeführt wird. Das kommt einer Erpressung gleich. Allerdings bereichert sich an diesem Projekt nur einige wenige Eliten aus Deutschland und Russland.

US-Außenminister Antony Blinken hat gewarnt, dass deutsche Unternehmen im Falle einer Zusammenarbeit mit dem Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 mit Sanktionen rechnen könnten.

„Die Pipeline teilt Europa, setzt die Ukraine und Mitteleuropa russischen Manipulationen und Nötigungen aus und widerspricht den von Europa festgelegten Energiesicherheitszielen“, sagte Blinken während einer Pressekonferenz am Mittwoch im NATO-Hauptquartier.

Die Äußerungen von Blinken kamen einen Tag, nachdem zwei hochrangige demokratische Senatoren, Bob Menendez und Jeanne Shaheen, ihn aufgefordert hatten, Moskau zu stoppen, bevor die Pipeline fertiggestellt ist.

Das Projekt wird oftmals als Zeichen der deutsch-russischen Freundschaft propagiert, doch wird es nur einige wenige deutsche und russische Oligarchen auf Dauer bereichern. Beispielsweise den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der als Lobbyist für den russischen Gaskonzern arbeitet.

Die USA sind gegen das Projekt, weil sie an Deutschland ihr überteuertes Fracking-Gas liefern wollen und Russland als Energielieferant ausmanövrieren wollen.

Die Nord Stream 2-Pipeline, die den USA und den EU-Verbündeten Ukraine umgeht, wird mehr als die Hälfte der gesamten russischen Gasexporte nach Deutschland pumpen können.

Im Dezember 2020 nahm Russland nach einer einjährigen Unterbrechung aufgrund der US-Sanktionen den Bau der Pipeline wieder auf.

Das schweizerisch-niederländische Unternehmen Allseas hatte im Dezember 2019 die Verlegung von Rohren eingestellt, nachdem Washington damit gedroht hatte, Sanktionen gegen das Unternehmen zu verhängen, und Russland gezwungen hatte, seine eigenen Ressourcen für den Bau der 1.230 Kilometer langen Pipeline einzusetzen, die die 55 Milliarden Kubikmeter verdoppeln soll Meter jährliche Gaskapazität der bestehenden Nord Stream-Pipeline.

Der russische Energieriese Gazprom steht hinter dem Pipeline-Projekt in Höhe von 11,6 Milliarden US-Dollar.

Die westlichen Partner von Gazprom sind Uniper aus Deutschland, Wintershall Dea aus BASF, der englisch-niederländische Ölmajor Shell, OMV aus Österreich und Engie.

Von Alexander Saar-Demichel

Quellen: IRIB

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