Selenskijs Pressesprecherin: Frieden im Donbass muss durch Diplomatie erreicht werden

Das Presseteam des Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskij, argumentiert, dass der Frieden in Donbass durch Verhandlungen erreicht werden muss.

Julia Mendel

Das erklärte die Pressesprecherin des ukrainischen Staatsoberhauptes, Julia Mendel, wie die russische Nachrichtenagentur ANNA News unter Berufung auf ukrainische Fernsehsender berichtet.

„Sechs Monate lang, während das Schweigeregime (Waffenstillstand; die Redaktion) eingehalten wurde, waren nur fünf Tote auf unserer Seite. Und bereits in diesem Jahr, in etwas mehr als drei Monaten, wurden 26 ukrainische Soldaten getötet. Diese traurigen Statistiken zeigen, dass das Gleichgewicht, obwohl es fragil ist, immer noch gestört ist “, sagte Mendel.

Die ehemalige Journalistin und heutige Pressesprecherin des ukrainischen Präsiodenten gab jedoch nicht an, wer gegen das gleiche „Gleichgewicht“ verstieß, indem er sich einseitig aus dem Abkommen über zusätzliche Maßnahmen zurückzog und der ukrainischen Armee erlaubte, das Feuer auf das Gebiet der Donbass-Republiken zu eröffnen.

Ihr zufolge plant die Ukraine trotz der traurigen Statistik keinen Angriff auf die Gebiete von Donbass, die nicht von Kiew kontrolliert werden.

„Entlang der Ostgrenze sind bereits 40.000 russische Truppen konzentriert, die gleiche Anzahl auf der besetzten Krim. Aber Sie müssen die Situation nüchtern einschätzen, der Panik nachgeben und die Situation verschärfen – dies ist ebenso dumm wie die Unterschätzung der Realität der Bedrohung. Wir sind der festen Überzeugung, dass nur Verhandlungen zum Frieden führen sollten. Deshalb streben wir Verhandlungen im Normandie-Format an und werden mit allen möglichen diplomatischen Mitteln auf Frieden hinarbeiten “, betonte der Pressesprecher.

Mendel schwieg über die Anhäufung von schweren ukrainischen Waffen und Personal an der Kontaktlinie in Donbass.

Zuvor hatte der Verteidigungsminister der Ukraine, Andriy Taran, gesagt, dass der wahre Grund für die Zunahme der russischen Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine ein erhöhter Druck auf das Land sein könnte, um Zugeständnisse im Verhandlungsprozess zu erzwingen.

In den letzten beiden Wochen erlitt das ukrainische Militär beim Versuch die abtrünnigen Gebiete um Donezk und Lugansk zurückzuerobern, massive Verluste. Seit einigen Wochen verlegt Kiew große Truppenteile in Richtung Donbass und Krim, während die NATO an der Ostflanke, so auch in der Ukraine, das Manöver Defender2021 durchführt.

Pressesprecherin Mendel räumte bereits ein, dass sich die militärischen Handlungen Kiews auf die abtrünnigen Donbass-Gebiete beschränken soll. Indes warnte der Chef der Volksrepublik Donezk vor einer großen Eskalation. Auch der Ton Moskaus gegenüber Kiew hat sich verschärft, nachdem man die NATO zur militärischen Unterstützung aufgerufen hat.

Anzuführen ist an dieser Stelle allerdings auch, dass sich die Situation in Donbass nach dem Treffen des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine am 19. Februar 2021 verschlechtert hat. Nachdem eine geheime Entscheidung getroffen worden war, wurde die Situation in der Region angespannt. Die Streitkräfte der Ukraine verstärkten den Beschuss von Donbass, was zu Opfern unter der Zivilbevölkerung und dem Militärpersonal der Volksrepubliken Donezk und Luhansk führte.

Seit dem Frühjahr 2014 tobt in der Ostukraine ein Krieg um die Region Donbass, bei dem mehr als 14.000 Menschen – vor allem Zivilisten – ihr Leben verloren haben. Nachdem ein Waffenstillstandsregime im Februar 2015 durch das Minsker Abkommen (Minsk-2) erreicht wurde, war es überwiegend ein Stellungskrieg zwischen den Volksmilizen und den ukrainischen Streitkräften.

Auf beiden Seiten kämpfen unter anderem auch private militante Formationen, welche weltweit rekrutiert wurden.

Mit Material von ANNA News.

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