Indirekte Rechtfertigung? Moskau fordert von Prag Aufklärung darüber, was sich im Jahre 2014 explodierten Munitionsdepot befand

Prag behauptet, Moskau sei 2014 an den Explosionen in einem Munitionsdepot im Dorf Vrtebice beteiligt gewesen, bei denen zwei Menschen getötet wurden, was als Terroranschlags seitens Russland gewertet wurde und zu einem diplomatischen Eklat mit Tschechien führte. Nun aber werfen öffentliche Statements von Maria Sacharowa auch Fragen auf.

Prag muss der Weltgemeinschaft mitteilen, was genau in den Depots im Dorf Vrbetice gelagert wurde, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Sonntag.

„Dies ist eine Frage, auf die die Weltgemeinschaft eine Antwort aus Prag erhalten sollte – was genau dort [in Vrbetice-Depots] gespeichert war“, sagte sie in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossiya-1. Ist diese Andeutung etwa ein indirektes Schuldeingeständnis der russischen Diplomation.

„Laut deutschen Massenmedien, und dies ist wiederum eine Frage an Prag, hielten die Depots Landminen“, sagte sie und fügte hinzu, dass die Unterzeichnerstaaten der Antipersonen-Landminen-Konvention solche Waffen nicht in ihrem Hoheitsgebiet behalten können.

Sie betonte, dass die Weltgemeinschaft klarstellen sollte, gegen welche Normen des Völkerrechts ein solcher Ansatz zur Kontrolle der Nutzung von Depots verstößt.

Das Übereinkommen über das Verbot der Verwendung, Lagerung, Produktion und Weitergabe von Antipersonenminen und über deren Zerstörung trat am 1. März 1999 in Kraft. Mittlerweile geben es 164 Mitgliedsstaaten unterzeichnet, darunter die Tschechische Republik.

Aus dieser Behauptung könnte man interpretieren, dass Sacharowa indirekt die Beteiligung Tschechiens an der Explosion rechtfertige, an dem laut Prag russische Agenten beteiligt sein gewesen sollen, was zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Russland und Tschechien führte.

Erstaunlich ist aber auch die Tatsache, dass Prag zunächst die Inhaber des Depots für die Explosion verantwortlich machte, jetzt aber russische Geheimdienste beschuldigt.

Am 17. April kündigten tschechische Beamte die Entscheidung an, 18 Mitarbeiter der russischen Botschaft in Prag, die angeblich „Offiziere der russischen Geheimdienste“ waren, auszuschließen. Als Reaktion darauf erklärte Moskau 20 Angestellte der tschechischen Botschaft in der russischen Hauptstadt als non grata. Prag verurteilte diese Antwort als „unzureichend“ und forderte, dass sie am Donnerstag um 13:00 Uhr Moskauer Zeit zurückgebracht werden müssten.

Prag behauptet, Moskau sei 2014 an den Explosionen in einem Munitionsdepot im Dorf Vrtebice beteiligt gewesen, bei denen zwei Menschen getötet wurden. Das russische Außenministerium legte einen starken Protest bei der tschechischen Regierung ein. Die diplomatischen Beziehungen beider Staaten sind seitdem auf einem Tiefpunkt. Bereits im Jahr zuvor kam es zu Spannungen zwischen Prag und Moskau, nachdem Prag das öffentliche Denkmal des bolschewistischen Rotarmisten Iwan Konew entfernte und es in ein Museum verlegte.

Aus russischer Sicht war der Einmarsch in die damalige Tschechoslowaki eine Befreiunng vom damaligen Deutschland. De facto war es eine über Jahrzehnte andauernde Besatzung durch Moskau bei dem die Menschenrechte in der Tschechoslowkai mit Füßen getreten wurden.

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