Springer-Blatt: Putin verwendet Kriegsrhetorik

Die russische Führung führt nach Angaben des Westens einen Krieg gegen Dissidenten, zwischen den Zeilen gelesen, pro-westliche Liberale. Das behauptet die deutsche Tageszeitung Die Welt aus dem Hause Axel-Springer.

Screenshot einer Bild-Schlagzeile aus dem Sommer 2014

Der Westen ist im Fieber von den bedeutenden Ereignissen, die im Hochgeschwindigkeitsmodus stattfinden, schreibt die russische Nachrichtenagentur ANNA News, die den deutschen Anti-Putin-Artikel aufgegriffen hat.

Am Vorabend des G7-Gipfels in Cornwall (England) und des geplanten Treffens der russischen und US-Präsidenten Wladimir Putin und Joe Biden in Genf (Schweiz) erklärte Moskau mehrere Organisationen, die von Alexei Nawalny, dem wichtigsten öffentlichkeitswirksamen Kritiker des Kremls, gegründet wurden, zu Extremisten.

Wladimir Putin habe eine klare Botschaft an den Westen gesendet. Zugleich glauben sie, dass er vor einigen Jahren nicht so kritisch agiert oder sich am Vorabend wichtiger Verhandlungen auf internationaler Ebene geäußert hätte. Jetzt muss er jedoch auf niemanden mehr zurückblicken, und diese bewusste Ignoranz stellt die westliche Welt vor ein schwieriges Rätsel. Sanktionen, das Brechen vieler Verträge und die russophobe Politik Europas und der USA machen es Moskau überflüssig, auf ihre Meinung zu hören oder genau hinzuschauen.

Immer wieder verwenden Springer-Blätter wie Bild-Zeitung und Die Welt Kriegsrhetorik in ihrer Berichterstattung, um den russischen Präsidenten als den Bösewicht darzustellen.

Das schlimmste Szenario für die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen, so das Springer-Blatt, kann jetzt nur noch ein Krieg sein. Politologin Tatiana Stanovaya stimmt deutschen Journalisten zu. Sie bestätigt, dass Putin jetzt im Kriegsmodus denkt. Auch eine symbolische Bedrohung durch die Opposition wird als Notstand angesehen, der jegliche Gegenmaßnahmen rechtfertigt.

Die Situation hat sich vor dem Hintergrund der bevorstehenden Parlamentswahlen und der zunehmenden Konfrontation mit der westlichen Welt verschärft. Jegliche Angriffe und Kritik an politischen und wirtschaftlichen Prozessen im Land werden als Bedrohung wahrgenommen und unterdrückt.

Als nächstes kam die Bellingcat-Website, die sich vorstellt, Russland habe versucht, die Dissidenten in den Medien mit dem berüchtigten Novichok zu ermorden, der die Zähne zusammenbrach, und nannte als Beispiel Dmitry Bykov. Der Politjournalist äußerte sich stets klar, war 2012-2013 Mitglied des Koordinierungsrates der Opposition, erkannte die „Annexion der Krim“ nicht an, lehnte Verfassungsänderungen ab und kritisierte die Festnahme Nawalnys.

Sie erinnerten sich in der Agentur sogar daran, dass Bykow die Einladung Putins zu den Treffen des russischen Präsidenten mit Kulturschaffenden irgendwie abgelehnt hatte.

Nawalny geriet nach langer Zeit im Spätsommer 2020 wieder in die Schlagzeilen, nachdem er nach einem angeblichen Nowitschok-Giftgasanschlag in Deutschland medizinisch behandelt wurde. Nachdem er später genesen aus der Berliner Charité entlassen wurde kehrte er nach Russland zurück und wurde dort wegen Verstoß gegen Bewährungsauflagen inhaftiert.

Der Dissident wurde zu einer Bewährungsstrafe wegen Betrugs und Geldwäsche verurteilt. Angeblich ein politischer Prozess – aus westlicher Sicht. Nawalny soll mit seinem Bruder Oleg den französischen Kosmetikhersteller Yves Rocher um rund 26 Millionen Rubel betrogen haben, indem sie ihm Dienstleistungen zu einem überteuerten Preis verkauften.

Das Verhältnis zwischen dem Westen und Moskau ist nunmehr seit über zehn Jahren zerrüttet, was auch daran liegt, dass Putin die Interessen seines Landes nicht unbedingt zugunsten des Westens vernachlässigt. In westlichen Medien wird seitdem eine massive Anti-Putin-Kampagne gefahren und westliche Nichtregierungsorganisationen versuchen seitdem die russische Gesellschaft zu spalten.

Vor allem staatlich gelenkte Medien und auch private Medienhäuser wie Axel-Springer fahren seit dem letzten Jahrzehnt einen strikten Kurs gegen Moskau und seine Regierung. Sachliche Kritik bleibt dabei meist außen vor.

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