Israelische Firma versucht Schnüffesoftware Pegasus weltweit an Geheimdienste zu verkaufen

Eine internationale Recherche zahlreicher etablierter Medien enthüllt, dass eine israelische Militär-Spyware verwendet wurde, um Dutzende von Smartphones auf der ganzen Welt zu hacken, deren Nummern auf einer Liste mit Tausenden von Zielen aufgeführt waren.

Das israelische Regime lizenzierte seine Pegasus-Spyware an zahlreiche Länder, die wiederum die Anwendung nutzten, um Informationen aus den Telefonen zu gewinnen, ergab die Untersuchung, die von 17 Nachrichtenorganisationen, darunter The Washington Post, durchgeführt wurde.

Auch die Recherche-Truppe des öffentliche-rechtlichen Staatsfunkes war an der Recherche beteiligt. Der zionistische Staat versuchte auch Deutschland das Spitzeltool anbieten, das mehr kann, als das Gesetz erlaubt.

Die Zentrale Stelle für die Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS)

„Schon kurz nachdem ZITiS gegründet worden war, gab es Besuch aus Israel. Vertreter der Firma NSO Group wurden in München vorstellig, sie waren auf einer Art Roadshow und präsentierten ihr Portfolio. Darunter auch die Spionagesoftware „Pegasus“, mit der Smartphones heimlich überwacht, komplett ausgespäht und sogar zu Wanzen umgewandelt werden können, um unbemerkt Gespräche mitzuschneiden“, steht in einem ARD-Exklusivbericht, der gestern veröffentlicht wurde.

Info: Pegasus ist eine Spyware des israelischen Unternehmens NSO Group zum Ausspähen von iOS- und Android-Geräten. Die Software kann unbemerkt auf sämtliche Daten zugreifen und sie über das Internet versenden. Pegasus wurde im August 2016 entdeckt und analysiert durch die Sicherheitsfirmen Lookout und Citizen Lab, so eine Kurzzusammenfassung auf Wikipedia.

Bereits zuvor sollen die Israelis beim Bundeskriminalamt angeklopft haben, um ihre Schnüffesoftware zu verscheuern. Wie man sieht, ist das Schnüffelstück aus Israel nicht gänzlich unbekannt. Doch erstmal zurück zur Publikation aus Washington.

Die Washington Post veröffentlichte die Ergebnisse am Samstag in einem Bericht und sagte, die fraglichen Telefone gehörten „Journalisten und Aktivisten“.

Die gehackten Telefone standen auf einer Liste mit mehr als 50.000 Nummern aus Ländern, von denen bekannt ist, dass sie Smartphone-User ausspionieren, hieß es.

Die Liste der Zahlen wurde zum Zwecke der Untersuchung von der in Paris ansässigen gemeinnützigen Journalismusorganisation Hidden Stories und der britischen Menschenrechtsorganisation Amnesty International bereitgestellt.

Zu den Zielen, wie die Untersuchung ergab, gehörte die Verlobte von Jamal Khashoggi, einem der ehemaligen Kolumnisten der Zeitung, der früher ein ausgesprochener Kritiker des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman war.

Khashoggi wurde 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet und zerstückelt, nachdem er die Einrichtung betreten hatte, um die Papiere zu erhalten, die er für die Heirat der Türkin benötigte.

Bin Salman hat eingeräumt, dass das Foulspiel unter seiner Aufsicht stattgefunden hat. Die CIA und andere haben auch die Verantwortung für den Mord direkt auf seine Schultern gelegt und gesagt, dass er von einem Team ausgeführt wurde, das direkt vom saudischen König beauftragt wurde.

Ebenfalls am Samstag enthüllte die New York Times, dass Riad die Software gegen Personen eingesetzt hatte, die es als unbegründet betrachtete.

„NSO (die israelische Spyware-Firma, die die Anwendung entwickelt und stark an die US-Behörde NSA erinnert) verkaufte Pegasus 2017 an Saudi-Arabien und das Königreich nutzte die Spyware als Teil einer rücksichtslosen Kampagne, um abweichende Meinungen innerhalb des Königreichs zu zerschlagen und saudische Dissidenten im Ausland zu jagen“, schrieb The Times.

Die Times fügte hinzu, dass das israelische Regime trotz internationaler Verurteilung des Mordes weiterhin Cyber-Überwachungsunternehmen erlaubt und ermutigt, heimlich mit dem Königreich zusammenzuarbeiten.

„Sie wird nur verwendet, um Terroristen und Kriminelle auszuspionieren“

Die NSO Group bestritt jedoch die Ergebnisse der Untersuchung und behauptete, dass sie „unbestätigte Theorien“ enthielten, die auf „irreführender Interpretation von durchgesickerten Daten aus zugänglichen und offenkundigen Basisinformationen“ beruhten.

Sie behauptete auch, dass die Spyware nur verwendet wurde, um „Terroristen und andere Kriminelle“ auszuspionieren.

Das israelische Regime betreibt ein äußerst berüchtigtes Spionageprogramm, dessen Reichweite es versucht, Tausende von Kilometern über die besetzten Gebiete hinaus auszudehnen.

In unzähligen Mord- und Sabotagefällen auf der ganzen Welt wurden Fingerabdrücke des Regimes gefunden.

Tel Aviv hat sich auch einen Namen gemacht, weil er versucht hat, seinen Spionageapparaten einen Vorsprung gegenüber ihren internationalen Gegenstücken zu verschaffen. Seit etlichen Jahren gilt die Hauptstadt des Regimes neben zahlreichen anderen Städten als Paradies für Start-Up-Unternehmen im Bereich Informationstechnologie.

Unter anderem enthüllte Al Jazeera im Ende Januar, dass die Israelis auch in Bangladesch heimlich ausbildet. Es ist sicher recht selten, dass Leitmedien breit über die Spionagemethoden und Werkzeuge des zionistischen Regimes berichten. Doch diese Methoden von Ausspähen digitaler Daten durch Hacker ist bei weitem nichts neues.

WikiLeaks enthüllte unter anderem 2017, dass die US-Geheimdienste – allen voran die Auslandsagentur CIA – mit staatlich-gelenkten Hackern sämtliche Elektrogeräte, die mit dem Internet verbunden sind ausspähen können.

Zwei Jahre zuvor geriet die italienische Firma Hacking Team in die Schlagzeilen, die ebenfalls Spionagesoftware als Privatanbieter teils an diktatorische Regime verkauft.

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