Nach dem Tod von Manuel Ochsenreiter: Leitmedien treten nach und verbreiten alte Lügen

Am Donnerstag wurde die traurige Nachricht bekannt, dass der Journalist und Chefredakteur Manuel Ochsenreiter in Moskau an einem Herzinfarkt starb. Während zahlreiche Kollegen den Tod beklagen, nutzen die etablierten Medien den traurigen Vorfall, um alte Anschuldigungen gegen ihn wieder zu verbreiten.

Am Donnerstag gab der Weltnetzauftritt des Deutschen Nachrichtenmagazins Zuerst! bekannt, dass ihr langjähriger Chefredakteur Ochsenreiter in Moskau nach einem einwöchigen Koma einem Herzinfarkt erlag. Für viele war es ein Schock, so beispielsweise auch für den geopolitischen Analytiker Patrick Poppel, der in der Vergangenheit öfters den rastlosen Journalisten Ochsenreiter traf. Beide verbindet das gemeinsame Interesse, die deutsch-russischen Beziehungen zu verbessern. Beide waren deswegen gerieten deswegen schon ins Visier der etablierten Medien. Poppel in Österreich, Ochsenreiter in Deutschland.

Ochsenreiter war im nicht-linksliberalen Pressespektrum hoch angesehen, was man in den zahlreichen Nachrufen von Compact bis Info Direkt nachlesen kann. Vor fünf Jahren lernte ich Ochsenreiter im Rahmen eines Skype-Interviews, dass ich mit einer russischen Kollegin für das russische Nachrichtenportal News Front tätigte kennen.

Ochsenreiter, der bekanntlich in Syrien, der Ostukraine, Armenien und in anderen Kriegsschauplätzen vor Ort war, sprach mit uns mehrere Male über den Krieg in Syrien, den Ukraine-Konflikt oder die damalige US-Wahl, die Trump überraschenderweise gewonnen hat. Dafür waren wir ihm wirklich dankbar, denn es gibt nicht mal mehr eine handvoll Journalisten im deutschsprachigen Raum, die noch vor Ort eine andere Sichtweise vertreten, wie wir sie aus den etablierten pro-westlichen Medien kennen.

Es folgten daraufhin mehrere Interviews mit News Front, wo auch Inhalte seines Nachrichtenmagazins Zuerst! veröffentlicht wurden. Dafür geriet das russische Portal auch schnell ins Visier der westlichen Leitmedien. Nachdem mehrere staatliche und pro-westliche Medien, beispielsweise die Wochenzeitung „Die Zeit“ (Februar 2017) oder ARD (Januar 2019) negativ über News Front berichteten, wurden 2020 sämtliche Kanäle auf YouTube, Twitter und Facebook gelöscht und die Inhalte durften dort auch nicht mehr geteilt werden.

Ochsenreiter geriet Anfang 2019 ins Visier der westlichen Leitpresse. Er wurde beschuldigt, einen Anschlag auf ein ungarisches Kulturzentrum in der Ukraine finanziert zu haben. Die Vorwürfe gegen Ochsenreiter wurden erst ein Jahr nach dem vermeintlichen Brandanschlag erhoben. Als Beweis für die öffentliche Verdachtsberichterstattung, die letztlich dazu führte, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleitete, basieren auf dünnen Beweisen und Spitzfindigkeiten.

Deutschsprachige Medien wie t-online haben diese Anschuldigungen als „große Enthüllung“ verkauft. Was viele allerdings nicht wissen: etwa ein bis zwei Wochen zuvor tauchten Berichte in russischer Sprache auf einer pro-ukrainischen Seite auf, die zuerst diese – westliche Medien würden es Verschwörungstheorie nennen – Anschuldigungen erhoben haben. Ausreichend war ein Foto von Ochsenreiter mit einem polnischen Beschuldigten, der an diesem Anschlag beteiligt sein gewesen soll, zeigt.

All das und über weitere Details wurde bereits 2019 berichtet und Zuerst!-Verleger Dietmar Murnier sprach in einem Interview im März des besagten Jahres mit dem Portal Info direkt aus Österreich über die Anschuldigungen, die anlässlich seines Ablebens wieder erhohen wurden. Das Interview wurde heute auf dem Internetauftritt von Zuerst! wieder veröffentlicht.

Der Haß einiger linker Medien macht auch vor dem Tod nicht halt. Der Nachrichtenkanal „t-online“ wiederholt anläßlich des Todes von Manuel Ochsenreiter seine denunziatorische Behauptung: „Sein Ziel war ein autoritär regiertes Europa unter russischer Vorherrschaft.“ Eine Kreatur namens Jonas Mueller-Töwe schwadoniert dort über Ochsenreiter: „Bundesweite Bekanntheit erlangte er, weil er einen Anschlag beauftragt haben soll.“ Bundesweite, sogar weltweite Bekanntheit als unbestechlicher Journalist und verwegener Kriegsreporter hatte Manuel Ochsenreiter lange Jahre, bevor „T-Online“ und das Fernsehformat „Kontraste“ ihre Desinformationskampagne gegen Ochsenreiter gestartet haben. Sie selber werden am besten wissen, in welchem Auftrag sie dies taten. Bereits 2019 trat der Verleger des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! Dietmar Munier den Verleumdungen über seinen Chefredakteur und Freund Manuel Ochsenreiter entschieden entgegen„, heißt es in der Einleitung.

Da in Deutschland bislang auf dem Papier immer noch die Unschuldsvermutung gilt und es in den letzten zwei Jahren keine neuen Beweise gegen Ochsenreiter bekannt wurden sind die aktuellen Berichte westlicher Leitmedien anlässlich seines Todes an Schäbigkeit kaum zu überbieten. Hier und da wurden die Vorwürfe gegen Ochsenreiter in den letzten zwei Jahren im Zuge der Negativberichterstattung über ARD und Russland zwar immer wieder erwähnt, jedoch kam bis auf die erwähnten Theorien eines angeblichen Anschlags unter Falscher Flagge (in westlichen Medien normalerweise immer eine Verschwörungstheorie) nichts neues bekannt.

Das hindert aber, wie man sieht, die westliche Leitpresse nicht daran, an ihren Anschuldigungen festzuhalten und man kann davon ausgehen, dass selbst wenn die Vorwürfe posthum irgendwann zweifelsfrei aus dem Weg geräumt werden, wären sich die Schmierfinken immer noch zu schade, eine Richtigstellung zu schreiben.

Festzuhalten bleibt, dass mit Ochsenreiters Tod eine wichtige politische Stimme verloren gegangen ist und sein rastloses Engagement von vielen Kollegen, Kameraden und Weggefährten in Ehren gehalten wird. So veröffentlichte beispielsweise auch Compact-Chefredaktuer Jürgen Elsässer am vergangenen Donnerstag einen beachtenswerten Nachruf auf seinen ehemaligen Kameraden Manuel, wo er auch zutreffend das Verhalten vieler AfD-Politiker kritisiert, die Ochsenreiter nach der Desinformationskampagne haben fallen gelassen.

Am Ende kann ich nur Trauer und Wut gleichzeitig zum Ausdruck bringen. Die Trauer darüber, dass ein hervorragender Journalist von uns geschieden ist und seiner Familie, seinen Freunden und engsten Vertrauten und Mitarbeitern sein Beileid ausdrücken. Und Gleichzeitig seine Wut über die Leichenfledderer in den etablierten Medien zum Ausdruck bringen, die kurz nach seinem Tod nichts anderes im Sinn hatten, die – wie es sein Verleger Diemar Murnier ausgedrückt hat- „frei erfundenen Vorwürfe“ wieder durchs Internet zu jagen.

Erst vor wenigen Wochen verstarb die bekannte russische Kriegskorrespondentin Katja Katina, die Ochsenreiter auch an der Donbass-Front kennengelernt hat völlig überraschend an einem Schlaganfall. Und das im jungen Alter von 35 Jahren. Ochsenreiter verstarb jetzt mit 45 Jahren – auch viel zu jung.

Ruhe in Frieden, lieber Manuel!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s