Telegram sperrt Kanäle von RT Deutsch und RT News

Der Nachrichtendienst Telegram löscht sämtliche Kanäle des russischen staatlich-finanzierten Sender RT, „weil er gegen lokale Gesetze verstößt“. Auch der Zugang zum Internetauftritt wird erschwert.

Screenshot Telegram

Damit dürften die Sanktionen der Europäischen Union (EU) gegen die Sender RT und Sputnik mit umgesetzt werden. Gestern berichtete RND: Die EU verbietet mit sofortiger Wirkung die Verbreitung der Inhalte der russischen Staatsmedien RT (vormals Russia Today) und Sputnik in der gesamten Europäischen Union.

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Die bislang beispiellosen Sanktionen gegen die Kremlmedien wurden am Mittwoch im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Es handele sich nicht um journalistische Medien, sondern um Waffen des Kremls in seiner Aggression gegen die Ukraine und in einem Informations­krieg gegen die EU, hatte ein EU-Beamter in Brüssel am Dienstag zur Begründung des Schritts erklärt, heißt es weiter auf RND, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bereit in der Vergangenheit gingen soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter rigoros gegen die Sender vor und löschten die Seiten. Vor wenigen Tagen erst wurde auf YouTube der Auftritt von RT auf YouTube gelöscht. Vor wenigen Monaten erst gab es einen Streit um die Sendelizenz von RT in Deutschland, die immer wieder verweigert wurde.

Auch andere Nachrichtenportale aus Russland wurden in der Vergangenheit immer wieder in sozialen Medien zensiert. So ist es beispielsweise den Sendern News Front und ANNA News nicht mehr möglich auf Youtube, Facebook und Twitter Videos zu veröffentlichen. Auch der iranische Sender PressTV wurde beispielsweise auf YouTube gelöscht und die Seite PressTV.com ging durch US-Sanktionen letzten Sommer vom Netz.

Telegram galt bislang für viele unliebsame Medien als populäres Ausweichmedium, da der ursprünglich aus Russland stammende Nachrichtendienst bislang nicht löschte wie beispielsweise Facebook oder Twitter. Seit Februar wurden mehr als 60 deutschsprachige Telegramkanäle gelöscht. Tendenz wohl steigend.

RT Deutsch und Sputnik starteten Ende 2014 ihre deutschsprachigen Auftritte und galten bislang als populäres Alternativmedium in Deutschland, die zum Teil mehr Reichweiten generieren konnten als deutsche Mainstreamportale, die aufgrund einseitiger Berichterstattung immer unbeliebter wurden und massiv in der öffentlichen Kritik stehen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Ukraine-Konflikt, der inzwischen zu einem Flächenbrand wurde.

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