Polnischer General fordert die Eroberung von Kaliningrad

General Waldemar Skrzypczak, ehemaliger Kommandeur der polnischen Bodentruppen, hat die Augenbrauen hochgezogen, als er forderte, Polen solle die russische Enklave Kaliningrad besetzen.

Allerdings war Kaliningrad (früher Königsberg) nie polnisch, sondern deutsch. Es wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs als Nachkriegssiedlung Teil der Sowjetunion und war danach Teil der Russischen Föderation. Die Deutschen haben es nie zurückgefordert. Im Schlussregelungsvertrag von 1990 verzichtete Deutschland auf alle Ansprüche darauf.

Die Enklave Kaliningrad – die ein Drittel des ehemaligen Ostpreußens ausmacht – ist heute eine slawische Stadt. Die Deutschen wurden aus der Stadt vertrieben und der Rest Ostpreußens wurde Polen zugeschlagen. ‎

In der Super-Express-Sendung argumentierte der ehemalige Kommandant der Landstreitkräfte dennoch, dass die Oblast Kaliningrad „seit 1945 unter russischer Besatzung“ sei, und fügte hinzu, dass dieses Gebiet nie russisch gewesen sei und historisch „zu Preußen und Polen“ gehöre.

„Es könnte sich lohnen, nach dieser Oblast Kaliningrad zu fragen, die meiner Meinung nach zum Territorium Polens gehört. Wir haben das Recht, Groll gegen das von Russland besetzte Gebiet zu hegen“, sagte General Skrzypczak und fügte hinzu, Kaliningrad habe „keine militärische Bedeutung“.

Die russischen Behörden ignorierten die Kommentare des polnischen Generals. „Solche Aussagen bedeuten nichts. Es gibt viele Narren. Es lohnt sich nicht, ihren Worten besondere Aufmerksamkeit zu schenken“, sagte Andrei Klishas, ​​​​der Vorsitzende des Ausschusses des Föderationsrates für Verfassungsgesetzgebung und Staatsstruktur.

Konstantin Kosaczow, stellvertretender Vorsitzender des Föderationsrates (Oberhaus des russischen Parlaments), sagte seinerseits, dass „polnische Führer die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und ihres Landes besser kennenlernen müssen“.

Der von RIA Novosti zitierte Politiker fügte hinzu: „Es scheint, dass dieser General entweder nicht einmal zur Schule gegangen ist oder den Geschichtsunterricht komplett geschwänzt hat. Der Gehirnwäscheprozess dauert all die Jahre an – und hier ist das schreckliche Ergebnis.“

Kosaczow argumentierte, westliche Politiker hätten ihre Geschichte vergessen und hätten „kein Gewissen“. Solche Gedankenspiele wie sie der polnische Militär äußerte sind nichts Neues, sondern wurden laut Medienberichten längst durchdacht.

Die US-Zeitschrift „Over Defence“ veröffentlichte im Januar 2021 ein recht brisantes Kriegsspielszenario: NATO-Truppen sollen einen Angriff auf das ehemalige Deutsche Königsberg durchführen. Ein solcher Angriff, der in der NATO-Doktrin als „Präventivschlag“ bezeichnet wird, könnte demnach ein „entscheidender Schlagabtausch“ zwischen Ost und West werden.

Quellen: RIA Novosti, Free West Media, Overt Defence.

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