USA: ADL deckt Neonazis in der Ukraine und behauptet, sie seien nicht so schlimm

Das Phänomen ist nicht neu: die westliche Medien- und Politikwelt sieht überall „Nazis“ – nur nicht in der Ukraine, wo sich seit dem Maidan-Putsch in Kiew nationalistische bewaffnete Formationen gebildet haben, die Neonazis aus der ganzen Welt rekrutieren.

Zugegeben, es wurde vereinzelt über das Azow-Regiment in den letzten acht Jahren berichtet, deren Bedeutung gleichwohl runter gespielt. Warum das so ist und weshalb sich auf die gewöhnlichen Patrioten in Europa politisch und medial mehr eingeschossen wurde, dürfte klar sein. Es wird als „typisch russische Propaganda“ abgetan und deswegen ist das Thema im Informationskrieg politisch aufgeladen.

Nationalistische Formationen wurden von westlichen Diensten aufgebaut und ausgebildet und von jüdischen Oligarchen in der Ukraine finanziert. Am Waffengeschäft mit diesen Bataillonen dürfte auch Israel profitiert haben, wenn auch nur mit einer Waffenlizenz, wie das israelkritische Portal Electronic Intifada in einem Beitrag 2018 berichtet. Scheint ja alles nicht so schlimm zu sein.

Die Anti-Defamation League (ADL), die mächtige US-Pro-Israel-Lobbygruppe, veröffentlichte ein Frage-Antwort-Spiel in dem sie die Neonazi-Gruppen in der Ukraine mit der Begründung verteidigt, dass sie „keine Juden oder jüdische Institutionen angreifen“.

In einem Artikel mit dem Titel „Warum nennt Putin die ukrainische Regierung einen Haufen Nazis?“ Die ADL interviewte David Fishman, Professor für jüdische Geschichte am Jewish Theological Seminary, um zu erklären, warum die Neonazis in der Ukraine nicht so schlimm sind.

„Es gibt Neonazis in der Ukraine, genauso wie in den USA und übrigens auch in Russland. Aber sie sind eine sehr marginale Gruppe ohne politischen Einfluss und greifen Juden oder jüdische Institutionen in der Ukraine nicht an“, sagte Fishman.

„Russland hat jahrelang die Aktivitäten einer Randgruppe ukrainischer Ultranationalisten hervorgehoben, um zu versuchen, die gesamte Ukraine zu stigmatisieren“, behauptete Fishman.

„Ja, einige Mitglieder dieser ultranationalistischen Gruppen haben Nazi-Insignien verwendet, Hitlergrüße gemacht und antisemitische Rhetorik verwendet, aber sie sind politisch unbedeutend und in keiner Weise repräsentativ für die Ukraine. Die politischen Parteien, die die Ultranationalisten unterstützen, erhielten bei den Wahlen 2019 etwas mehr als 2 Prozent der Stimmen. Die Ukraine ist eine fehlerhafte Demokratie, aber zweifellos eine Demokratie und keineswegs ein Nazi-Regime.“

Wie bereits erwähnt, wird auch im deutschsprachigen Raum die Diskussion um Azow und anderen Gruppen in der Ukraine gerne klein gehalten, um das russische Narrativ über die „Entnazifizierung“ zu bekämpfen.

Das zitierte Frage-Antwort-Spiel kann in englischer Sprache hier abgerufen werden.

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