Journalist Billy Six erhält Morddrohungen aus der Ukraine

Seit mehreren Wochen berichtet der Reporter aus der Westukraine, wo man seit einigen Tagen in sozialen Medien eine Hetzjagd veranstaltet.

Es ist nicht das erste Mal, dass Billy Six im Hinblick auf den Ukraine-Konflikt angeeckt ist. Bereits seine Berichterstattung über den Absturz der MH-17 eckte im Mainstream an. Das war vor sechs Jahren. Im August 2016 besuchte er mit dem britischen Blogger Graham W. Phillips das Berliner Büro von Correctiv, um dort den verantwortlichen Redakteur Marcus Bensmann für seine preisgekrönte, aber mit Lügen bespickte Reportage zur Rede zu stellen.

Der Besuch, der damals auf Video festgehalten wurde, schlug hohe Wellen im Mainstream, wo man alles daran tat, den Journalisten Six zu diskreditieren, der wenig später auch Morddrohungen erhalten hat, wie er damals erklärte.

Das war vor sechs Jahren. Seit Mitte Juli befindet sich Six wieder in der Ukraine, genauer in Lemberg und Umgebung, wo er vor Ort berichtet. Verfolgt man seine Artikel und Videos auf Telegram, so befasst sich der Investigativreporter Six diesmal mit der Geschichte des ukrainischen Nationalismus und die Rolle von Stepan Bandera, der vor allem in der Westukraine als Nationalheld glorifiziert wird, während er in Russland und Polen als Verbrecher und Nazi-Kollaborateur gilt.

Seine kritische Berichterstattung zum Thema Bandera rief wohl ukrainischen Extremisten jüngst auf den Plan, die Six nunmehr im Internet berdrohen, so veröffentlichte er zahlreiche Screenshots, die von primitiven Beleidigungen bis hin zu Morddrohungen gegen ihn und seine Familie gehen. Auf Telegram und VK reagierte Six am Samstag folgendermaßen:

Ich werde verfolgt; bin aber bei guten Leuten in Sicherheit. Seit 2 Tagen gibt´s zahlreiche Mord-Aufrufe gegen mich. Zwar habe ich eine Presse-Akkreditierung – und die ukrainische Sicht objektiv dargestellt – aber offenkundig ist es für einige Extremisten ein Sakrileg, dass ich ihren „heiligen Boden“ betreten habe – und mich nicht ans Skript halte. In den letzten Jahren gab´s mehrere Morde an Oppositionellen, die zuvor im Netz als „pro-russisch“ diffamiert wurden – darunter der Journalist Oles Busyna aus Kiew. Westliche Ausländer waren – bisher – verschont.

Es bleibt bei der Linie:
Nicht pro-ukrainisch!
Nicht pro-russisch!
Pro Wahrheit!

Gestern veröffentlichte er noch eine Potpourri von Hasspostings, die gegen ihn auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht wurden, wo man ihn auch mit dem in der Ukraine verhassten Reporter Phillips sieht.

Weitere Screenshots kann man sich auf Billy Six´ Telegram-Kanal anschauen und sich ein eigenes Bild von der nationalistischen ukrainischen Netzgemeinschaft machen, mit der sich Politik und Mainstream im Westen so solidarisch erklärt.

Wie üblich haben bislang nur die alternativen Medienkanäle wie Compact über die Hasstiraden gegen Six berichtet. In den etablierten Medien dürfte man ersteinmal kein Wort verlieren, es sei denn ihm widerfährt schlimmeres wie es in Venezuela 2018 oder Syrien 2013 der Fall war. Und dann im gewohnten Stile.

Denn wer nicht dem gängigen Narrativ heutzutage entspricht, dem spricht man schnell die Eigenschaft ab, ein beispielsweise anerkannter Journalist, Experte oder Wissenschaftler zu sein.

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